Neue Angebote für Schüler im Stasi-Gefängnis

Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen hat eine positive Bilanz ihrer pädagogischen Arbeit im vergangenen Schuljahr gezogen. Vor genau einem Jahr hatte Berlins Bildungssenator Klaus Böger zwei Lehrer an die Gedenkstätte abgeordnet, die sich speziell um die Betreuung von Schülern und Lehrern kümmern sollen. Wie der Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, am Mittwoch (17.8) mitteilte, haben in den vergangenen 12 Monaten etwa 50.000 Schüler das Stasi-Gefängnis besucht. "Ein solcher Besuch bewirkt bei vielen Schülern oft mehr als drei Wochen Unterricht."

17.08.2005 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Im neuen Schuljahr haben Oberstufenschüler erstmals die Möglichkeit, einen Seminarkurs an der Gedenkstätte zu absolvieren, dessen Abschlussarbeit als Teil der Abiturprüfung gewertet werden kann. Zur Zeit machen 17 Schüler aus Ost- und West-Berlin von diesem Angebot Gebrauch. Auf ihrer Homepage hat die Gedenkstätte zudem eine Zeitzeugenbörse eingerichtet, über die Schulen ehemalige DDR-Häftlinge einladen können. Außerdem bietet die Gedenkstätte Projekttage und Seminare an, bei denen Schüler im Wege des "Forschenden Lernens" selbstständig die Geschichte des Stasi-Gefängnisses erarbeiten können. Da die neuen Berliner Rahmenpläne vorsehen, dass außerschulische Lernorte verstärkt aufgesucht werden sollen, rechnet die Gedenkstätte mit einem weiter steigenden Interesse bei Schülern und Lehrern. Die Pädagogische Arbeitsstelle der Gedenkstätte ist Montag bis Donnerstag unter Tel. 030 - 98 60 82 - 4 26 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es unter www.stiftung-hsh.de

Bildungssenator Klaus Böger: "Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR ist ein wesentlicher Bestandteil des Unterrichts in unserer Stadt. Die jetzt angebotene Vertiefung begrüße ich sehr."


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