Berlin

Neue Notfallpläne für Berliner Schulen

Ab heute erhalten alle Berliner Schulen die überarbeiteten Notfallpläne, die eine Sammlung wichtiger Informationen zum Umgang mit Gewalt- und Notfallsituationen enthalten. In die Neuauflage des 2005 erstmals aufgelegten Informationsordners sind praktische Erfahrungen aus dem Schulalltag sowie aus der Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe, Polizei, Schulpsychologie und Gesundheitseinrichtungen eingeflossen. Weiterhin wurden Materialien aktualisiert und Verfahrensregelungen ergänzt.

20.05.2011 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Trotz aller Gewaltprävention seitens der Schulen, der Schulaufsichten und der Polizei können gewaltbedingte Notfälle an Berliner Schulen nicht völlig ausgeschlossen werden. Neben unseren Hilfestellungen zu präventiven Maßnahmen ist es wichtig, Schulen bei der Bewältigung von Gewaltvorfällen zu unterstützen. In akuten Notsituationen kommt es vor allem auf das richtige Verhalten der Beteiligten vor Ort an. Die aktualisierte und überarbeitete Neuauflage der Notfallpläne für Berliner Schulen bietet dazu wichtige Informationen und Handlungsanweisungen."

Die im Ordner aufgeführten einzelnen Notfallpläne beschreiben jeweils eine spezifische Gewalt-, Krisen- bzw. Notfallsituation an der Schule. Die Einteilung in drei Gefährdungsgrade dient dem Schulpersonal zur besseren Orientierung. Konkrete Handlungsanleitungen, Hinweise zur Selbsthilfe und geeignete Unterstützungssysteme wie z.B. die Hinzuziehung der Schulpsychologie oder Jugendhilfe können schneller als in der Erstauflage abgerufen werden. Begrifflichkeiten aus dem Strafgesetzbuch wurden im Gegensatz zur Erstauflage zur besseren Verständlichkeit weitgehend vermieden. Des Weiteren wird für den Ausbau von Krisenteams an den Schulen verstärkt geworben, da die Teams sowohl im Krisenfall als auch zur Prävention effektiv zum Einsatz kommen können. Aktuell gibt es 231 Krisenteams an Berliner Schulen.

Der Ordner beinhaltet darüber hinaus Kontaktverzeichnisse, in denen die wichtigsten Berliner Telefonnummern für konkrete Notfallsituationen verzeichnet sind. Zusätzlich enthält er Telefonnummern zu allgemeinen Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangeboten, zu den Schulpsychologischen Beratungszentren (SPBZ) sowie zu den Präventionsbeauftragten, Opferschutzbeauftragten und Jugendbeauftragten der Polizeidirektionen.

"Im Schulalltag kann und soll auf die vielfältigen Anregungen zur Opferhilfe, Nachsorge, Kooperation und Gewaltprävention zurückgegriffen werden. Gerade für die Arbeit von schulischen Krisenteams sind die Notfallpläne unentbehrlich", so Bildungssenator Zöllner.

Die in Kooperation mit der Unfallkasse Berlin entstandenen "Notfallpläne für Berliner Schulen" werden in einer Auflagen von 3.500 gedruckt und derzeit an alle Berliner Schulen, die regionalen Schulaufsichten, die Bezirksstadträte für Jugend und Schule, die Jugendämter, die Polizei, das Schulpsychologische Beratungszentrum und weitere Einrichtungen verteilt. Sie sind erstmals auch im Internet unter www.berlin.de/sen/bildung/gewaltpraevention einsehbar. Diese Internetseite bietet interessierten Eltern und Schülerinnen und Schülern weitergehende Informationen und Anlaufstellen zum Thema. Schulen finden hier zudem Formulare zur Meldung von Gewaltvorfällen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden