Neue Schulmodelle können das Schulsterben auf dem Land verhindern
Eltern schicken ihre Kinder nicht freiwillig in eine Hauptschule, die nicht die Perspektive auf einen Realschulabschluss bietet. Zusammen mit der demografischen Entwicklung führt das zum Schulsterben auf dem Land. Immer mehr Gemeinden wollen dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen. Schule gehört zur Gemeinde, und eine Gemeinde ohne Schule verliert an Attraktivität und büßt ihre Identität ein. 60 Bürgermeister, Gemeindevertreter und Schulleiter aus ganz Bayern haben in einem offenen Brief an die Staatskanzlei und den Kultusminister gefordert, die Schulen im ländlichen Raum dadurch zu retten, dass schulartübergreifende Schulmodelle genehmigt werden.
08.05.2009 Pressemeldung Bayerischer ElternverbandDer Bayerische Elternverband (BEV) schließt sich diesem offenen Brief an. "Wir brauchen andere Schulen", sagt Ulrike Stautner, die stellvertretende Landesvorsitzende des BEV. "Das Denken darf nicht am Tellerrand der Schulart enden." Eltern wollten weite Schulwege vermeiden, nähmen sie jedoch in Kauf, wenn ein Realschulabschluss möglich sei. "Holt die Realschule ins Dorf, dann bleiben auch die Kinder hier." Jeder Ort, der eine Grundschule hat, könne auch eine weiterführende Schule halten, wenn die Kinder für den mittleren Abschluss nicht in die nächste Stadt fahren müssten. "Hat man eine gute Schule am Ort, die bis zur zehnten Klasse führt, braucht man erst in der Oberstufe ein Gymnasium", sagt Stautner. "Und das darf dann gern in der Stadt sein."
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