Neues Ausbildungsangebot für praktisch begabte Jugendliche am BBZ St. Ingbert und BBZ Hochwald

Im Rahmen des Schulversuchs "Produktionsschule" wird an den Berufsbildungszentren St. Ingbert und Hochwald das Berufsvorbereitungsjahr um das Angebot einer Produktionsschule erweitert. Dies hat Kultusminister Jürgen Schreier am Mittwoch (23.6.04) mitgeteilt. Die Produktionsschule ist eine Sonderform des Berufsvorbereitungsjahres und richtet sich an Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, aber über praktische Begabung verfügen.

23.06.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

An den Schulversuchen können Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die nicht in die Klassenstufe 9 des Hauptschul-Bildungsganges versetzt werden und ihre Berufsschulpflicht zu erfüllen haben.

Ziel der Produktionsschule ist es, Jugendliche bis zur Ausbildungsreife und zum Hauptschulabschluss zu führen. Zu den zentralen Merkmalen zählen die Übernahme betrieblicher Arbeitsformen in den schulischen Werkstätten, die Vorbereitung auf die Prüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses sowie die Möglichkeit, an einer besonderen sozialpädagogischen Betreuung teilzunehmen.

Im Zentrum des Lernens steht ein an der betrieblichen Praxis orientierter Arbeitsprozess. Die theoretischen Unterrichtsinhalte sind eng verknüpft mit der fachpraktischen Tätigkeit. Um Realitätsnähe zu erreichen, werden Produkte entwickelt und hergestellt, die für die Schüler einen erkennbaren Wert darstellen und gegebenenfalls von ihnen im schuleigenen Verkaufsladen vermarktet werden können.

Im Unterricht werden die Fächer Mathematik und Deutsch besonders hervorgehoben. Am Ende des Schuljahres können die Schüler den Hauptschulabschluss erwerben, wenn sie die Abschlussprüfung bestehen.

Die Tätigkeitsfelder der sozialpädagogischen Betreuung umfassen dabei u. a. Hilfe bei persönlichen Problemlagen, Kontakte zu Fachdiensten, Jugendhilfeeinrichtungen und Erziehungsbeistand, Konfliktmanagement, Elternarbeit, Arbeit mit Schulschwänzern oder Schulverweigerern, Praktikumsvorbereitung und -begleitung sowie berufliche Orientierung und Lebensplanung.

Mit den Produktionsschulen in St. Ingbert und im Hochwald wurde diese Schulform landesweit auf fünf Standorte erhöht. Produktionsschulen gibt es auch in Lebach, Saarlouis und St. Wendel. Daran nehmen in diesem Schuljahr rund 60 Schüler teil. In der Vergangenheit konnte auf diesem Weg bereits rund die Hälfte der Jugendlichen zum Hauptschulabschluss geführt und damit für eine Lehrstelle qualifiziert werden.

Jürgen Schreier: "Wichtigstes Ziel der Produktionsschule ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, frühere Misserfolge erfolgreich zu überwinden. Den Jugendlichen eröffnen sich damit neue Wege in eine bessere Zukunft."


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