Oberstufenreform: Profilsuche gescheitert
"Im Kern bleibt die Oberstufenreform ein konservativ geprägtes Einsparmodell, das kaum zur Steigerung der Studierfähigkeit der Abiturienten beitragen wird", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Donnerstag, 18. Januar 2007, zu den Plänen von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave zur Veränderung der Oberstufe.
18.01.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinGeringfügige Verbesserungen gegenüber den ursprünglichen Ideen könnten nicht das "altmodische Verständnis von Allgemeinbildung" übertünchen, das in der Überbewertung der Fächer Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache deutlich werde. Außerdem seien durch die Oberstufenreform größere Klassen und damit schlechtere Unterrichtsbedingungen zu erwarten.
Der GEW-Landesvorsitzende kritisierte weiterhin, dass die Wahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler minimiert würden. "Von individueller Profilbildung für die einzelnen Schülerinnen und Schüler kann überhaupt keine Rede sein, wenn diese in der Realität nur noch aus zwei oder drei Fächern auswählen können. Denn an den meisten Schulen wird nur eine Wahlmöglichkeit zwischen einem sprachlichen und einem naturwissenschaftlichen Profil bestehen." Statt alle Schulen über einen Kamm zu scheren, sollte ihnen vielmehr die Chance zur Entwicklung vielfältiger Angebote für die Schülerinnen und Schüler gegeben werden.
Keine Kommentare vorhanden