OECD: Erneute Ohrfeige für Bildungspolitiker
"Nach der Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse waren sich Bundesregierung und sämtliche Kultusminister der Länder einig: Alle Schülerinnen und Schüler müssen bestmöglich gefördert werden. Dieses Ziel wurde offensichtlich nicht erreicht. Weil die dringend notwendige Förderung deutschen Schülern immer noch versagt bleibt, braucht sich niemand über schlechte Ergebnisse internationaler Studien zu wundern." Mit diesen Worten hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, den neuen OECD-Bericht kommentiert.
18.09.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V."Die Lern- und Arbeitsbedingungen an den Schulen haben sich sogar noch weiter verschlechtert, wie sonst sollte man das weitere Abrutschen von Rang 10 auf Rang 22 im weltweiten Vergleich erklären." Wenzel forderte, "jetzt endlich damit anzufangen, alle Schülerinnen und Schüler so intensiv und individuell zu fördern, dass sie möglichst hohe Abschlüsse und qualifizierte Anschlüsse erreichen können. Durch diese einfache Maßnahme ließe sich auch die Zahl Fachkräfte und Akademiker deutlich erhöhen. Auch muss endlich mit der unsäglichen Aufteilung zehnjähriger Kinder auf verschiedene Schularten Schluss sein. "Wir Lehrerinnen und Lehrer wollen nicht länger an Ausleseprozessen beteiligt sein, sondern endlich als Pädagogen tätig sein dürfen."
Über eine mögliche Abschaffung des Büchergeldes durch den designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein hat sich Wenzel hoch erfreut gezeigt: "Das wäre ein richtiger Schritt in die richtige Richtung", erklärte er. Der BLLV hat sich seit der Einführung des Büchergeldes vor zwei Jahren wiederholt und vehement dagegen ausgesprochen. "Offensichtlich hat Beckstein unsere Einwände nachvollziehen können und beugt sich dem breiten Druck. Es darf nicht sein, dass die Schere zwischen Schülern aus einkommensstarken und -schwachen Familien immer weiter auseinander klafft." Die in Aussicht gestellte Abschaffung des Büchergeldes wertet der BLLV als ein Signal Becksteins, sich als Ministerpräsident für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzen zu wollen.
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