Philologen-Verband : Statt mehr Präsenzzeiten – endlich Reduzierung der Lehrerarbeitszeit!
Als Scheinlösungen wertet der nordrhein-westfälische Philologen-Verband Arbeitszeitmodelle, die nur eine Umschichtung von Zeiten vornehmen, ohne gleichzeitig die zeitlichen Belastungen deutlich zu reduzieren. Präsenzzeiten nutzen den Lehrkräften in der Langzeitschulform des Gymnasiums nicht, da die Schulzeitverkürzung im Gegensatz zur Grundschule beispielsweise nachmittäglichen Unterricht zur Regel macht. Vor- und Nachbereitung von Unterricht und die Korrekturen können in diesen Zeiten kaum erfolgen.
26.11.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Was nutzt die Stauchung des unveränderten Pflichtstundenumfangs auf 4 Tage, wenn der hohe Vor- und Nachbereitungsaufwand damit gleich bleibt? Es ist eine Illusion zu glauben, man könne diese Aufgaben zusammen mit dem enormen Korrekturaufwand in Gymnasien - und hier insbesondere in der gymnasialen Oberstufe - allein in 8 Stunden an einem unterrichtsfreien Tag schaffen. Eine solche Regelung verwischt die unterschiedlichen schulformspezifischen Organisationsstrukturen. Sie unterstellt – völlig wirklichkeitsfremd – eine gleich große arbeitszeitliche Belastung aller Lehrkräfte.
"Die Umrechung von 25,5 Pflichtstunden á 45 Minuten in 19 Stunden á 60 Minuten erbringt für Gymnasiallehrer 7 Minuten weniger Unterricht. Das ist eine Farce und kein Beitrag zu mehr Arbeitszeitgerechtigkeit!" zeigt sich Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes, verärgert darüber, dass man so mit den Hoffnungen der Lehrer umgeht.
Bereits vor 7 Jahren hatte die Arbeitszeitstudie Mummert + Partner herausgestellt, dass Gymnasiallehrer 200 Jahresarbeitszeitstunden, d.h. 5 (!) volle Wochen mehr als andere Berufsgruppen im öffentlichen Dienst arbeiten. In den nachfolgenden Jahren kamen immer wieder neue Aufgaben auf die Schule zu. Ein Präsenzarbeitszeitmodell löst dieses Problem nicht, sondern verschiebt die Korrekturbelastung vollständig ins Wochenende. Der Philologen-Verband hält dies für unzumutbar!
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