Philologenverband: Abschaffung der Hauptschule löst keine Probleme
In scharfer Form hat der Philologenverband Niedersachsen die Forderung von Grünen und Linkspartei kritisiert, die Hauptschulen aufzulösen. Dies sei kein Versuch einer Lösung von Problemen, sondern Teil einer ideologischen Kampagne zur Beseitigung des gegliederten Schulwesens, erklärte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Guillermo Spreckels.
11.06.2008 Niedersachsen Pressemeldung Philologenverband Niedersachsen (PhVN)Nach Auffassung von Spreckels dürfe man nicht übersehen, dass an Hauptschulen insgesamt gute Arbeit geleistet werde. Das gelte insbesondere für die Hauptschulen in den Bundesländern, in denen seit Jahren die Hauptschule durch gezielte Maßnahmen gefördert worden werde.
Im Übrigen seien die Ursachen für Schwierigkeiten von Hauptschülern bei der Lehrstellen- und Arbeitsplatzsuche nicht die Existenz der Hauptschule, sondern vielfach die Sprach- und kulturellen Anpassungsprobleme vieler Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund sowie das Schwinden notwendiger sozialer Tugenden. Bei der Bewertung von Problemen dürfe man auch nicht übersehen, dass in Staaten mit Gesamtschulsystemen, wie Grüne und Linkspartei sie herbeizwingen wollten, etwa in Frankreich, den USA, Italien und selbst in Finnland die Jugendarbeitslosigkeit durchweg höher sei als in Deutschland.
Nicht mit ideologischen Parolen helfe man Hauptschülern auf ihrem Weg in die Berufsausbildung, sondern mit sachgerechten Maßnahmen: mit massiven Anstrengungen zur Beherrschung der deutschen Sprache – von den Grünen vor kurzem noch als "Germanisierung" verteufelt –, mit stärker auf Berufsfähigkeit ausgerichteter Förderung, mit Ganztagsbetreuung und mit konsequentem Einfordern notwendiger schulischer Fertigkeiten und Tugenden, betonte Spreckels abschließend.
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