PISA - Keine Vorabinfos für Deutschland
(redaktion) Nach Informationen des Handelsblattes sollen deutsche Bildungsforscher und Bildungspolitiker vorerst bis Ende 2008 von exklusiven Vorabinformationen der Pisa-Forschung der OECD ausgeschlossen werden. Damit, so berichtet die Zeitung, werde Deutschland wie Spanien dafür bestraft, dass nationale Medien 2007 vorab über Teilergebnisse der dritten Pisa-Studie berichtet hatten.
02.06.2008 ArtikelIm November 2007 - eine Woche vor der letzten offiziellen PISA- Veröffentlichung - hatten spanische Medien über die Ergebnisse in den Naturwissenschaften berichtet, woraufhin die OECD ihrerseits diesen Teil vorab veröffentlicht hatte. Drei Tage vor der Präsentation hatten dann deutsche Medien über die deutschen Ergebnisse in Mathematik und Deutsch berichtet.
Als Grund für den Ausschluss Deutschlands nennt die OECD der Zeitung zufolge den politischen Schaden, der in Drittländern angerichtet worden sei. OECD-Sprecher Matthias Rumpf wird mit der Aussage zitiert, das Embargo sei schließlich nicht von den Zeitungen verletzt worden, ''sondern von den offiziellen Stellen oder Forschern, die es vorab von der OECD erhalten und an die Medien weitergeben haben''.
Der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger hat die Entscheidung der OECD als "skandalös und als Zeichen der Voreingenommenheit und Einseitigkeit der OECD" bezeichnet. "Damit versucht der PISA-Koordinator Andreas Schleicher zusammen mit dem PISA-Verwaltungsrat das eigene Deutungsmonopol zu PISA administrativ durchzusetzen." Es sei offensichtlich, dass die signifikanten Fortschritte Deutschlands dem Systemveränderer Schleicher nicht ins Konzept passten, betonte der Verbandsvorsitzende.
- OECD-Informationssperre für deutsche PISA-Forscher ist skandalös!
- Philologen-Verband NW: Mundverbot für deutsche PISA-Experten
Weiterführende Links
- Handelsblatt: OECD bestraft deutsche Pisa-Forscher
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