Philologen-Verband NW: Mundverbot für deutsche PISA-Experten
Der PISA-Verwaltungsrat verhängt eine Pauschalstrafe über deutsche Bildungsforscher und Bildungspolitiker. Deutschland soll vorerst bis Ende 2008 keine Vorabinformationen mehr zu PISA-Forschungsergebnissen erhalten. Dieser Vorgang ist aus Sicht des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes skandalös, da nach allen konkreten Erfahrungen der letzten Jahre nicht ein Land, sondern der OECD-Koordinator Andreas Schleicher selbst die Indiskretionen zu verantworten hatte.
02.06.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)Herr Schleicher hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er die PISA-Ergebnisse nutzt, um das deutsche Schulwesen an den Pranger zu stellen und ein Einheitsschulsystem als Alternative vorzustellen. Seine Rolle wird immer dubioser. Zu Recht fordern viele den Rücktritt des voreingenommenen OECD-Verantwortlichen.
"Jetzt wird ein Land mit seriös agierenden Bildungsforschern in Haftung für die Unseriosität eines einzelnen Berichterstatters genommen. Das ist unerträglich und wirft ein negatives Licht auf die OECD selbst. Statt ihrer eigenen Verantwortung nachzukommen und eine einzelne Person zu disziplinieren, schließt sie das deutsche PISA-Konsortium von der Datenanalyse aus.", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.
Immer mehr werden PISA-Forschungsergebnisse zum Spielball ideologischer Schulstrukturdebatten. Statt die positiven Ergebnisse der 3. PISA-Studie für Deutschland darzustellen, hatten die Verfechter eines integrativen Einheitsschulwesens sämtliche Forschungsergebnisse relativiert und für ihre eigenen Interessen instrumentalisiert.
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