Pisa-Koordinator Prenzel kritisiert Gymnasien

(redaktion/ots) Der Pisa-Koordinator Manfred Prenzel hat die Qualität des deutschen Gymnasiums kritisiert. "Zu viele Gymnasien bleiben unter ihren Möglichkeiten", erklärt Prenzel in der morgigen Ausgabe der ZEIT. Zwar hätten viele Schulen ein hohes Leistungsniveau. Der Unterricht sei jedoch häufig zu stark auf den Lehrer zugeschnitten. Andere Unterrichtsformen wie etwa das selbstständige Lernen kämen wenig zum Einsatz.

29.04.2008 Artikel
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Auch das Schulmanagement und die Zusammenarbeit der Lehrer seien verbesserungswürdig. "Manchen Lehrkräften fällt es noch schwer, sich von der Idee der 'Ausleseschule' zu verabschieden", sagt Prenzel. Tatsächlich aber sei das Leistungsspektrum innerhalb einzelner Klassen im Gymnasium groß. Zu wenige Gymnasien stellten sich jedoch dieser veränderten Realität, etwa indem sie ihre Schüler stärker individuell unterstützten. Man erhalte aber leistungshomogene Klassen nicht durch hohe Sitzenbleiberquoten. "Vielmehr müssen wir sicherstellen, dass auch in Gymnasialklassen Schüler mit unterschiedlichen Voraussetzungen vergleichbare Lernzuwächse erreichen", so der Bildungsforscher wörtlich in dem Interview.

Die Unbeweglichkeit vieler Gymnasien führt Prenzel unter anderem darauf zurück, dass das Gymnasium weniger unter Legitimationsdruck als andere Schulen stehe. Außerdem verfüge es über eine Lehrerschaft, die sich stark über ihre jeweilige Disziplin definiere. "Gymnasiallehrer haben auf hohem akademischem Niveau studiert und sind oft zu Recht stolz auf ihren anspruchsvollen Fachunterricht. Pädagogische Aspekte oder Fragen der Schulentwicklung spielen dagegen häufig eine eher untergeordnete Rolle", bedauert Prenzel. Viele Gymnasien könnten sich mehr bewegen.


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