Probelauf für zentrale Realschul- und Hauptschulprüfungen abgeschlossen

Der Probelauf für die zentralen Prüfungen, die zum kommenden Schuljahr 2008/09 für den Realschul- und den Hauptschulabschluss landesweit eingeführt werden, ist abgeschlossen. An den Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch nahmen 200 Schulen teil, die sich freiwillig dafür gemeldet hatten. Mit dem Probelauf im Februar 2008 sollte neben dem logistischen und organisatorischen Ablauf vor allem den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben überprüft werden.

22.05.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Verteilung der Aufgaben an die Schulen, die Korrektur der Arbeiten und die Online-Eingabe der Ergebnisse durch die Lehrkräfte sind reibungslos verlaufen. "Das Verfahren funktioniert und insofern sind wir für die ersten zentralen Prüfungen im kommenden Jahr gerüstet", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (22. Mai). "Dabei haben wir auch von den Erfahrungen mit den ersten zentralen Abiturprüfungen im laufenden Schuljahr profitiert."

Die inhaltlichen Ergebnisse in den Fächern Deutsch und Englisch seien erwartungsgemäß ausgefallen. Im Fach Mathematik gebe es dagegen noch Nachbesserungsbedarf. "Hier haben zu viele der Schülerinnen und Schüler das geforderte Niveau nicht erreicht", sagte die Ministerin. Sowohl im Hauptschul- als auch im Realschulbereich habe mehr als die Hälfte mit den Noten "Mangelhaft" oder "Ungenügend" abgeschnitten. Erdsiek-Rave betonte in diesem Zusammenhang: "Es war Sinn und Zweck dieses Probelaufs, herauszufinden, ob die gestellten Aufgaben für die zentralen Arbeiten tatsächlich geeignet sind. Das Mathematik-Ergebnis ist ein Warnschuss zur rechten Zeit und wir und die Schulen haben nun die Möglichkeit, entsprechend darauf zu reagieren." Nun gehe es darum, mit allen Beteiligten die genauen Ursachen zu ergründen. Nach einer ersten Einschätzung hat es im Wesentlichen am zu hohen Anforderungsniveau der Aufgaben gelegen, dass viele Schülerinnen und Schüler überfordert waren. Hinzu gekommen sind ungewohnte Aufgabenstellungen mit hohem Textanteil.

Man müsse aber auch feststellen, dass die Leistungen vieler Schülerinnen und Schüler noch nicht den Anforderungen der nationalen Bildungsstandards im Fach Mathematik entsprechen, so die Ministerin weiter. "Das wissen wir auch aus den entsprechenden Bildungsstudien der vergangenen Jahre." In allen drei geprüften Fächer müssten noch große Anstrengungen unternommen werden, um die Leistungen aller Schülerinnen und Schüler an die Bildungsstandards heranzuführen. Daher müsse auch der Unterricht in den Schulen entsprechend angepasst werden. Um Lehrkräfte dabei zu unterstützen, gebe es eine Reihe geeigneter Fortbildungen. Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich arbeiteten darüber hinaus viele Schulen in Schleswig-Holstein im SINUS-Projekt für die Weiterentwicklung des Unterrichts mit. Naturgemäß dauere es aber mehrere Jahre, bis solche Projekte zählbare Erfolge hervorbrächten.

Der Probelauf wird nicht als Abschlussprüfung gewertet, den Schulen steht frei, das Ergebnis im Sinne einer Klassenarbeit in die Notengebung einfließen zu lassen.

Hinweis für die Redaktionen: In der Anlage finden Sie die landesweiten Ergebnisse des Probelaufs im pdf-Format. (siehe rechte Spalte oben)


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