Probeunterricht eine zweite Chance
Vom 2. bis zum 4. Juni findet an bayerischen Realschulen der Probeunterricht statt. "Das vielfältig differenzierte bayerische Schulsystem ist nicht nur sehr durchlässig, sondern bietet Kindern und Jugendlichen auch zahlreiche Möglichkeiten und Perspektiven", erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Anton Huber. Eine davon sei der Probeunterricht. Er öffne Mädchen und Buben, die im Übertrittszeugnis der 4. Jahrgangsstufe der Grundschule oder der 5. Hauptschulklasse nicht die erforderliche Durchschnittsnote erreichten, eine zweite Chance, ihre Eignung für eine weiterführende Schule unter Beweis zu stellen, so Huber. So bestehe mit dem Probeunterricht im Sinne des Elternwillens beim Übertritt eine weitere Möglichkeit.
30.05.2008 Bayern Pressemeldung Verband Reale BildungDer sich über drei Schulvormittage erstreckende Probeunterricht wird in den Fächern Deutsch und Mathematik abgehalten, wobei sich die Prüfungsinhalte am Grundwissen der jeweiligen Jahrgangsstufe orientieren und zur Bildung der Note sowohl schriftliche und mündliche Leistungen herangezogen werden. In den letzten Jahren konnte ca. ein Drittel der Kinder den Probeunterricht erfolgreich abschließen. "Dies zeigt zum einen, dass die Grundschullehrkräfte das Leistungspotenzial des Kindes aufgrund ihrer Langzeitbeobachtung zu einem sehr hohen Prozentsatz richtig einschätzen. Andererseits stellen wir doch immer wieder Unterschiede in der Einschätzung zwischen den Lehrkräften verschiedener Grundschulen fest", merkt Huber an.
Dies sei der Grund dafür, fährt Huber fort, das bisherige Übertrittsverfahren, welches sich im Grundsatz bewährt hat, um zusätzliche Komponenten zu ergänzen, etwa durch zentrale Tests, die einen landesweiten Standard an den bayerischen Grundschulen setzen. "Mit den Orientierungsarbeiten bzw. den VERA-Tests sind hierfür gute Ansätze gegeben. Für uns sind Leistungskriterien beim Übertritt unverzichtbar. Sie dienen den Kindern zum Schutz vor Überforderung und der Qualitätssicherung an der Realschule, aber auch an allen anderen Schularten", erklärt brlv-Vorsitzender Huber und betont: "Wir freuen uns schon auf die neuen Schülerinnen und Schüler und sehen uns in der Verantwortung, sie zu einem guten Abschluss zu bringen."
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