ProfIL: Projekt für die "Individuelle Lernbegleitung an Gymnasien" startet zum kommenden Schuljahr
Bildungsminister Ulrich Commerçon hat heute das Projekt für die "Individuelle Lernbegleitung an Gymnasien" (ProfIL) der Öffentlichkeit vorgestellt: "Mit ProfIL werden wir eine Unterrichts- und Schulentwicklung anstoßen, die die Förderung und Lernentwicklung der einzelnen Schülerinnen und Schüler in den Blick nimmt. Wir wollen ihre individuellen Begabungen und Interessen ebenso stärken wie ihre Fähigkeit zum eigenständigen und selbstverantwortlichen Lernen."
26.05.2015 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur SaarlandDas Saarland verstärkt damit die Maßnahmen zur qualitativen Weiterentwicklung der Gymnasien und zieht die erforderlichen Schlussfolgerungen aus saarländischen Projekten und Modellversuchen wie "Fördern statt Sitzenbleiben", "Selbstständige Schule", SINUS oder Reformklassen. Gleichzeitig wird den Erkenntnissen aus der Evaluation sowie aus Lernstandserhebungen und Ländervergleichen Rechnung getragen. Minister Commerçon: "Wir wollen auf Dauer die Nachhaltigkeit von Bildung gewährleisten und so die Chancen- und Bildungsgerechtigkeit erhöhen."
Bei der Qualitätsverbesserung an Gymnasien kann das Land auf wichtige Erfolge verweisen. Während bundesweit laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung die Anzahl der nicht versetzten Wiederholerinnen und Wiederholer am achtjährigen Gymnasium um 3 Prozent anstieg, ist diese Anzahl im Saarland seit dem Schuljahr 2011/2012 bis zum Ende des letzten Schuljahres um insgesamt rd. 34 Prozent gesunken. Die Anzahl derjenigen Schülerinnen und Schüler, die vom Gymnasium an eine andere Schulform wechseln, ist um rd. 60 Prozent zurückgegangen.
"Diese Entwicklung zeigt, dass unsere vielfältigen Qualitätsverbesserungsmaßnahmen wirken. Mit ProfIL legen wir unser Augenmerk auf die Schul- und Unterrichtsentwicklung und setzen bei der weiteren Professionalisierung der Lehrkräfte und der Schulleitungen an", so der Minister. Der Austausch zwischen den Schulen und die Qualifizierung von Lehrkräften und Schulleitungen mit Expertenunterstützung in Bezug auf die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler wird zu einer Veränderung des Unterrichts, zu nachhaltigem Lernen und verbesserten Schulleistungen führen.
Landesprogramm "Individuelle Wege zum Können an saarländischen Schulen"
ProfIL ist ein zentraler Bestandteil des Landesprogramms "Individuelle Wege zum Können an saarländischen Schulen", das sich auf Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis stützt und gesellschaftliche Erfordernisse berücksichtigt. Das Programm besteht neben ProfIL aus weiteren Projekten wie
- einer neuen Staffel "Selbstständige Schule"
- einer neuen Staffel "Qualitätsverbesserungsprogramm" QVP
- der Umsetzung der Bildungsstandards in der Oberstufe
- der Umsetzung der Inklusion an Gymnasien und
- der Verbesserung der Schnittstelle zur Begabtenförderung
ProfIL
ProfIL setzt bei der Unterstützung der Lehrkräfte durch den Aufbau eines professionellen fachbezogenen, schulübergreifenden Netzwerkes von Lehrkräften zur Unterrichtsentwicklung an. Dabei steht die Stärkung und Vertiefung der Unterrichtsexpertise für eine schülerzentrierte Lernbegleitung aller Klassenstufen im Mittelpunkt, u. a. durch fachdidaktische und methodische Beratung. Vier Basismodule zur Unterrichtsentwicklung sind vorgesehen:
- Diagnostik und Förderplanung
- Individualisierung und Kooperation
- Schülerzentrierung und Aktivierung
- Feedbackkultur und Leistungsverständigung
Ziel ist die Entwicklung von kompetenzorientierten Unterrichts- und Aufgabeneinheiten.
Auch für die Schulleitungen sind Qualifizierungsmaßnahmen zur Einführung und Umsetzung von Schul- und Unterrichtsentwicklungsmaßnahmen mittels vier Schulentwicklungsmodulen vorgesehen:
- Steuerung von Schul- und Unterrichtsentwicklung
- Implementierung von Kooperationsstrukturen
- Flexibilisierung der Unterrichtsorganisation
- Nutzung von Daten bzw. Implementierung von KMK-Vorgaben
Um die Begleitung von Lern- und Entwicklungsprozessen nach dem speziellen Schulprofil zu ermöglichen, können entsprechende Erweiterungsmodule gewählt werden, wie z. B.:
- Schulleben und Partizipation im Unterricht
- Vertiefende Umsetzung der Inklusion
- Medienbildung und Einsatz von Medien
- Sprachförderung
- Übergänge gestalten - Orientierungsphasen
Teilnehmende Schulen und Fachgruppen
Die Teilnahme am Projekt für die "Individuelle Lernbegleitung an Gymnasien" ist für die Schulen freiwillig. Die Schulen können sich für die erste Phase des Projektes bis zum Ende des Schuljahres zunächst mit zwei Fächern bewerben. ProfIL soll sukzessiv flächendeckend und auf weitere Fächer ausgeweitet werden, sodass eine spätere Bewerbung von Schulen mit ihren Fachgruppen möglich sein wird. Ziel ist es, nach einer Anlaufzeit alle Schulen mit möglichst vielen Fächern einzubinden.
Ressourcen
Zur Durchführung von ProfIL werden den teilnehmenden Schulen zusätzliche Wochenstunden für Schulkoordinatoren und Projektstunden zur Verfügung gestellt. Im Durchschnitt sind dies pro Schule ca. 10 Wochenstunden bei Teilnahme mit zunächst zwei Fächern. Für die erste Phase des Projektes, beginnend mit dem Schuljahr 2015/2016, werden insgesamt 8 Stellen bereitgestellt.
Organisation
Projektträger ist das Ministerium für Bildung und Kultur, Referat C4. Die Koordination der Netzwerkarbeit übernimmt das Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM).
Zeitplan
26. Mai 2015:
Informationsveranstaltung für interessierte Schulleitungen
17. Juni 2015:
Informationsveranstaltung für interessierte Lehrkräfte aus einzelnen Fächern (Vertretung der Fachkonferenzen)
Bis zum Ende des Schuljahres 2014/2015:
Bewerbung der Schulen nach den Informationsveranstaltungen beim Ministerium für Bildung und Kultur
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