Realschule plus: Eins zu eins gegen das integrative System

Mit der Schulgesetzesänderung, die Ende letzten Jahres vom Landtag verabschiedet wurde, entsteht nun die "neue" Realschule plus. Anlässlich der Bekanntgabe des Kultusministeriums zur Verteilung der Realschulen plus im Land vergangene Woche äußert sich die Landesvertretung der rheinland-pfälzischen SchülerInnen unzufrieden: "Frau Ahnen zeigt sich sehr erfreut über den laufenden Prozess und betont immer wieder wie ,kooperativ' sich alle Seiten gegenüber dem neuen Schulsystem zeigen", stellt Jan Theisen, Außenreferent der SchülerInnenvertretung fest. "Die Zahlen für die Neugründungen im neuen Schuljahr sprechen allerdings eine andere Sprache." Von den insgesamt 286 Haupt- und Realschulen werden nur 31 neu starten, darunter hauptsächlich Haupt- und Realschulen, die zusammengelegt werden und meist im selben Schulzentrum sind.

16.01.2009 Rheinland-Pfalz Pressemeldung LandesschülerInnenvertretung, LSV RLP

"An der sehr geringen Zahl der umgewandelten Haupt- und Realschulen lässt sich ablesen, dass dieses neue System noch nicht in den Köpfen angekommen ist und vielerorts auf wenig Zuspruch trifft. Zwar plant das Bildungsministerium eine Broschüre für Eltern; SchülerInnen werden jedoch vorerst nicht informiert", so Theisen weiter. Ebenso werden alle 13 Dualen Oberschulen sowie fast alle Regionalen Schulen in Realschulen plus in meist integrativer Form umgewandelt. Jan Theisen: "Was jetzt von diesen Schulformen zur Realschule plus wird, war es meist schon vor der Schulstrukturreform - nur unter anderem Namen." Trotzdem bleibt Ahnen optimistisch: schon vor dem Schuljahr 2013/2014 seien alle betroffenen Schulen zur Realschule plus umgewandelt.

Trends bei der Wahl der Variante

"Kooperativ" - sagte Frau Ahnen - ein Wort, das in der Diskussion um die Realschule plus viel bedeutet. Denn die Realschule plus kann in zwei Varianten gestaltet werden: der kooperativen und der integrativen. Die LSV sieht den von der Ministerin bestätigten Trends mit Unbehagen entgegen. Die jetzigen "alten" Realschulen wählen eher die kooperative Variante. "Diese Variante bringt kaum Neuerungen mit sich, die für SchülerInnen in Rheinland-Pfalz eine Verbesserung darstellen würden. Haupt- und RealschülerInnen werden dort nach wie vor zum Großteil getrennt voneinander unterrichtet", so Inga Wellstein, Mitglied des Landevorstandes der LSV. "Das Verhältnis bei der Verteilung zwischen der kooperativen und der integrativen Variante der Realschule plus ist in dieser ersten Runde eins zu eins. Es wird sich aller Voraussicht nach jedoch stark zu Gunsten der kooperativen Variante verschieben." Diese Annahmen werden vom Ministerium bestätigt - für die LandesschülerInnenvertretung ein trauriges Zeugnis dafür, dass eine wirkliche Neuerung nicht gewollt wird.


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