Rechtfertigt die Arbeit der regionalen Außenstellen eine Aufwertung und Stärkung der selbigen?
Unbestritten gibt es in Berlin hervorragende Schulräte und Schulrätinnen. Aber es gibt auch folgende Fälle:
31.03.2008 Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)- Schulprogramme werden schriftlich genehmigt, ohne dass die AV Schulprogramm auch nur annähernd eingehalten wurde.
- Missstände an Schulen in der Unterrichtsorganisation werden stillschweigend geduldet.
- Beschwerden von Schülern, Eltern aber auch von Lehrkräften werden ignoriert.
- Regelmäßige und systematisierte Beratungsgespräche mit den Schulen finden nicht statt.
- Bei personellen Problemen bleiben die Schulleiter allein. Andererseits wird den Schulleitern hineinregiert und ohne Rücksicht auf das Profil der Schule werden von außen Personen auf Beförderungsstellen gesetzt.
- Qualitätssicherung beginnt kurz nach der Bekanntgabe des Schulinspektionstermins und endet mit Übergabe des Berichts.
- Schlechte Ergebnisse im Schulinspektionsbericht führen zu Kritik an der Inspektion.
- Rechtsverstöße an Schulen werden ignoriert.
Ebenso wie die Schulen sich einem Qualitätsentwicklungsprozess unterziehen, muss dies auch für die Schulaufsicht gelten. Die Arbeit der Schulaufsicht muss analysiert und evaluiert werden. Prozesse sind zu standardisieren und Schnittstellen zu definieren. Dies sind die wesentlichen Grundlagen eines Qualitätsmanagements in der Schulaufsicht. Vor allem aber darf die Arbeit der Schulaufsicht nicht mehr unter der derzeitigen Beliebigkeit und Willkür einzelner Schulräte leiden.
"Deshalb brauchen wir auch ein Qualitätsmanagement der staatlichen Schulaufsicht und -verwaltung. Schulaufsicht muss sich stärker als Dienstleister begreifen, weniger im Detail regeln und die Schulen beraten, ohne sie in ihrer Eigenverantwortung zu beschneiden. Eine Projektgruppe wird dazu in Kürze konkrete Vorschläge vorlegen. Ich verspreche, das umzusetzen, was voranbringt und dabei keine Schwierigkeiten zu scheuen." Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner (aus "Mein Fünf-Punkte-Plan für eine bessere Schule" vom 26.08.2007
Zunehmend erweist sich dieses Versprechen als leeres Versprechen. Das Ergebnis der Projektgruppe liegt dem Senator seit langem vor. Unter der Hand macht das Ergebnis mittlerweile die Runde durch Berlin. Der Bericht jedoch verschwand in der Schublade des Senators und wird dort wohl auch verbleiben. Die regionalen Außenstellen werden aufgewertet. Die Leiter der Außenstellen werden zu Referatsleitern mit Ergebnisverantwortung. Aus 12 kleinen unterschiedlichen Fürstentümern wurden 12 kleine unterschiedliche Königreiche – so ungefähr genau das Gegenteil von dem, was die Projektgruppe vorgeschlagen hat.
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