Regionalschulen: Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!

Der Start der neuen Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen stand im Mittelpunkt des Bildungstages der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am 26.4.08 in der neuen Gemeinschaftsschule Büdelsdorf. Unter dem Motto "Was brauchen die neuen Schulen?" trafen sich mehr als 200 Lehrerinnen und Lehrer, um sich Anregungen und Praxishilfen für die eigene Arbeit zu holen.

26.04.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!", zitierte der GEW-Landesvorsitzende Matthias Heidn in seiner Eröffnungsrede ein altes Sprichwort der Dakota-Indianer. "Politisch gesehen sind die Regionalschulen ein "totes Pferd". Deshalb ist es für die Landesregierung höchste Zeit "abzusteigen"." Ohne dass die Anmeldezahlen schon im Detail vorlägen, zeichne sich ab, dass die Eltern auf längeres gemeinsames Lernen aller Kinder setzten und deshalb die Gemeinschaftsschulen bevorzugten. Dieses habe nichts mit der Arbeit der Lehrkräfte zu tun, sondern liege am falschen Konzept der Regionalschule.

"Um ein "zweites totes Pferd im Stall der Landesregierung" zu vermeiden, brauchen die neuen Gemeinschaftsschulen unbedingt bessere Rahmenbedingungen. Eine Schulreform ohne die Bereitstellung ausreichender Mittel wird nicht zum Erfolg führen", sagte Matthias Heidn. Es müsse Schluss sein mit einer Politik, die hohe Ansprüche an die Lehrkräfte formuliere, aber wenig Bereitschaft für die Bereitstellung der notwendigen Mittel zeige. Deshalb fordere die GEW beispielsweise eine niedrigere Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte und kleinere Klasse, aber auch bessere Räumlichkeiten und den verstärkten Einsatz von Sozialpädagogen und Schulpsychologen in den Schulen. Auch die Fortbildungsmöglichkeiten müssten erheblich ausgebaut werden.

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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