Resonanz auf islamischen Religionsunterricht ist ungebrochen groß
Im nächsten Schuljahr werden 505 muslimische Kinder am islamischen Religionsunterricht teilnehmen. Das sind mehr als doppelt so viele wie im ersten Jahr des Modellprojekts. Die Erprobungsphase dauert bis zum Jahr 2010 und findet an zwölf Grundschulen statt. Der Islam sunnitischer Prägung wird an zehn, die alevitische Glaubensrichtung an zwei Standorten vermittelt. Der Unterricht wird von Lehrkräften der jeweiligen Glaubensgemeinschaft erteilt und findet in deutscher Sprache statt. In zwei Schulstunden pro Woche lernen die Grundschüler die Grundlagen ihrer Religion näher kennen.
18.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Die ungebrochen große Resonanz bestätigt die positiven Erfahrungen aus dem ersten Unterrichtsjahr. Der Besuch des Religionsunterrichts hat bei vielen muslimischen Kindern einen regelrechten Motivationsschub ausgelöst. Sie sind mit Begeisterung bei der Sache", bilanzierte Kultusminister Helmut Rau MdL am Mittwoch (18. Juli) in Stuttgart die Startphase. Auch die Reaktionen der Eltern stimmten ihn positiv. Sie seien sehr interessiert und suchten den Kontakt zu den Lehrkräften. An den Modellstandorten sei eine interreligiöse Zusammenarbeit in Gang gekommen. Es bestehe ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen muslimischen Lehrkräften und ihren evangelischen und katholischen Kolleginnen und Kollegen.
Nächstes Ziel sei es, die Lehrerausbildung weiterzuentwickeln. Das Wissenschaftsministerium habe angekündigt, dass bereits zum kommenden Wintersemester 2007/08 an bis zu drei Pädagogischen Hochschulen ein Erweiterungsstudiengang "Islamische Religionspädagogik" eingerichtet werden soll. Mit dem neuen Studienangebot sollen die bisherigen Qualifizierungsmaßnahmen ersetzt werden. Für den Beginn des Modellprojekts wurden sunnitische und alevitische Lehrkräfte über ein halbes Jahr lang auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Die Fortbildungsmaßnahmen fanden unter Leitung von Professoren der Pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Karlsruhe statt. Die beiden Pädagogischen Hochschulen begleiten und evaluieren das Modellprojekt.
Rau bekräftigte erneut die integrationsfördernde Wirkung des islamischen Religionsunterrichts. Dieser trage zum verständnisvollen Zusammenleben zwischen den Kulturen und Religionen bei. "Das Unterrichtsangebot zeigt den Kindern, dass wir ihre Religion achten und sie als Muslime in unserer Gesellschaft willkommen sind." Die Unterrichtssprache Deutsch leiste nicht nur einen Beitrag zur schulischen Integration der Kinder, sondern erhöhe die Transparenz des Unterrichts und baue dadurch Vorbehalte auf nicht-muslimischer Seite ab.
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