Runder Tisch Inklusive Bildung gestartet
Bildungsministerin Martina Münch hat nach der ersten Sitzung des Runden Tisches Inklusive Bildung in Potsdam eine positive Bilanz gezogen.
30.09.2011 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Es war ein konstruktiver und engagierter Auftakt. Ich freue mich, dass wir die mit den Regionalkonferenzen im Frühjahr gestartete öffentliche Diskussion am Runden Tisch fortsetzen", so Bildungsministerin Münch. *Wir wollen eine Schule für alle - eine Schule, in der sich jede Schülerin und jeder Schüler mit seinen Stärken und Schwächen entfalten kann, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit speziellen Begabungen genauso wie für diejenigen, die unserer besonderen Fürsorge und Förderung bedürfen."
Rund 35 Vertreterinnen und Vertreter von Betroffenen-Verbänden, Lehrerverbänden, kommunalen Spitzenverbänden und Schulen, Kirchen und weiteren Verbänden sowie die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen haben am Runden Tisch teilgenommen. Sie werden das Bildungsministerium bei der Weichenstellung für die "Schule für alle" beraten. Thema des ersten Runden Tisches waren die bildungspolitischen Eckpunkte des Behindertenpolitischen Maßnahmenpakets der Landesregierung, das derzeit unter Federführung des Sozialministeriums erarbeitet wird.
Bildungspolitische Eckpunkte des Behindertenpolitischen Maßnahmenpakets:
- Als erster Schritt werden für Schülerinnen und Schüler mit den Förderbedarfen Lernen, sozial-emotionale Entwicklung und Sprache in den kommenden Jahren die inklusiven Unterrichtsangebote in den Grundschulen ausgebaut. Ab dem Schuljahr 2012/13 werden in allen Schulamtsregionen Schulen mit einem Profil als Inklusive Schule auf der Basis von konkreten Erziehungs- und Bildungskonzepten starten.
- Danach werden Schritt für Schritt die Angebote des gemeinsamen Unterrichts für die Förderbedarfe körperlich-motorische Entwicklung, Sehen, Hören, geistige Entwicklung und Autismus erweitert. Hierfür entstehen derzeit die entsprechenden Konzepte.
- Zudem werden die förderpädagogische Diagnostik standardisiert sowie Förder- und Beratungsangebote für Eltern und Schülerinnen und Schüler verbessert.
- Noch in diesem Schuljahr werden die Schulberaterinnen und -berater für Inklusion fortgebildet. In den kommenden Jahren werden alle Schulen In-klusions-Fortbildungsangebote erhalten.
- Zum Wintersemester 2013/14 werden erstmals inklusionspädagogische Inhalte in die erste und zweite Phase der Lehramtsausbildung integriert.
- Zudem werden verbindliche curriculare Grundlagen für den Unterricht in einer inklusiven Schule geschaffen. Rahmenlehrpläne sollen künftig durchgängig das inklusive Bildungssystem abbilden.
- Das Thema Inklusion soll noch stärker in die Öffentlichkeit getragen werden. In einem Internet-Forum können Bürgerinnen und Bürger künftig Fragen zum Thema Inklusion stellen und diskutieren.
In den vergangenen Monaten wurde das Thema Inklusion auf breiter Ebene mit vielen an Bildung von Kindern und Jugendlichen Beteiligten diskutiert, mit Lehre-rinnen und Lehrern, Schulleitern, staatlichen Schulämtern, Erziehern, Schulträgern, Sozial- und Jugendhilfeträgern, Behindertenverbänden, Schüler- und Elternvertretern, Mitarbeitern von Sozial- und Jugendämtern und Vertretern aus Wissen-schaft und Wirtschaft. Diese Diskussion wird am Runden Tisch Inklusive Bildung in den kommenden Monaten fortgesetzt. Das nächste Treffen findet Anfang Dezember 2011 statt. Parallel dazu wird in Kürze auch der wissenschaftliche Beirat Inklusive Bildung zusammenkommen und das Bildungsministerium bei der konkreten Umsetzung des inklusiven Konzepts an Brandenburger Schulen beraten.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/bb1.c.248770.de
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