Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein bildet Multiplikatoren für das Philosophieren mit Kindern in Kita und Grundschule aus

In Dänischenhagen steht für 16 pädagogische Fachkräfte aus Kitas und Grundschulen seit Ende Februar "Philosophie" auf dem Stundenplan. Sie nehmen teil an einer zweijährigen Ausbildung "Philosophieren mit Kindern und forschendes Lernen in der inklusiven Begabtenförderung Schleswig-Holstein" - ein weiteres Projekt des Bildungsministeriums zur Verbesserung der individuellen Begabungsförderung.

07.03.2013 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Die Weiterbildung ist eine konsequente Fortsetzung des Tandemprojekts "Kompetenzzentrum Begabtenförderung Schleswig-Holstein", das in den Jahren 2010 bis 2012 stattfand und gemeinsam von Bildungsministerium und Karg-Stiftung getragen war. Fünf Tandems aus Fachkräften von Kitas und Grundschulen hatten sich dabei gemeinsam in der Hochbegabtenförderung qualifiziert.

Ziel dieses Nachfolgeprojektes ist sowohl der Ausbau der Angebote zur Begabtenförderung in Schleswig-Holstein als auch die weitere Profilbildung der Kompetenzzentren. Die Ausbildungsinhalte wurden speziell auf den Teilnehmerkreis und somit auf die Anwendung in Konzepten zur gemeinsamen Übergangsgestaltung von der Kita in die Grundschule zugeschnitten.

Die Ausbildung umfasst neun Module. Die Projektleiterin Dr. Kristina Calvert wird 16 Teilnehmern und Teilnehmerinnen praxisnah Methoden des Philosophierens und des forschenden Lernens sowie deren Einsatz in der Begabtenförderung vermitteln. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden zu Multiplikatoren, die in ihren Einrichtungen das neu erworbene Wissen an das Kollegium weitergeben können. Jeweils an Freitagen und Sonnabenden treffen sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen abwechselnd in den beteiligten Einrichtungen zur gemeinsamen Weiterbildung. Die Qualifizierung schließt mit einem Zertifikat ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen sowohl aus den Tandem-Institutionen, ein Teil davon kennt sich bereits aus den Jahren 2010 bis 2012, als auch aus Schulen, die an dem Projekt "SHiB – Schleswig-Holstein inklusive Begabtenförderung" teilnehmen. Allen gemeinsam ist das große Interesse, jedem Kind die Entwicklung seiner individuellen Potenziale zu ermöglichen. Die Einrichtungen schärfen mit der gewonnen Qualifikation ihr Profil in der Förderung besonders begabter Kinder, aber auch in der Lehr- und Lernkultur allen Kindern gegenüber.

Dr. Kristina Calvert ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und selbstständige Kinderphilosophin, Dozentin, Lehrerin und Autorin. Seit 2006 leitet die Hamburger Wissenschaftlerin das Forschungsprojekt "PhiNa – philosophieren mit Kindern über naturwissenschaftliche Fragen in der integrativen Begabtenförderung".

Die in Frankfurt am Main ansässige Karg-Stiftung, die sich seit über 20 Jahren in der Hochbegabtenförderung engagiert, fördert das Projekt. "Was ist der Mensch? Was ist die Zeit? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?" Sinn- und Seinsfragen beschäftigen besonders hochbegabte Kinder. Das Philosophieren und forschende Lernen gibt ihnen die Gelegenheit, miteinander solchen Fragen nachzugehen. "Kinder werden dabei in ihrem ganz persönlichen Wissensdurst ernst genommen und gleichzeitig in vielfältigen Kompetenzen und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt", so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand der Karg-Stiftung.

Die Karg-Stiftung

Die Karg-Stiftung engagiert sich für hochbegabte Kinder und Jugendliche seit 1989. Ihr Ziel ist die Sensibilisierung und Qualifizierung des Bildungssystems in der Förderung Hochbegabter. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Entwicklung von Förder- und Beratungseinrichtungen und der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Beratern. Darüber hinaus engagiert sich die Stiftung in der Begabungsforschung. Die Karg-Stiftung wurde von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid errichtet und ist die bundesweit größte in der Hochbegabtenförderung tätige Stiftung.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden