Bildungsministerin Ernst:

"Schleswig-Holstein braucht keine neue Schulstrukturdebatte"

Bildungsministerin Britta Ernst erteilte einer neuen Schulstrukturdebatte heute eine deutliche Absage. "Es ist der falsche Weg, wir wollen das nicht. Schleswig-Holstein bewegt sich erfolgreich im zweigliedrigen Schulsystem", sagte sie und kritisierte einen Antrag der FDP-Fraktion im Landtag, mit dem Schulübergangsempfehlungen und systematische Schrägversetzungen nach dem 6. Jahrgang eingeführt werden sollen.

17.09.2015 Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

"Wir wollen, dass allgemein- und berufsbildende Gymnasien sowie Gemeinschaftsschulen die allgemeine Hochschulreife anbieten. Das ist der Kern unseres Zweisäulenmodells in Schleswig-Holstein", sagte Ernst. Die Bildungsministerin kritisierte, die FDP wolle mit ihrem Antrag den Gemeinschaftsschulen nur die Perspektive des mittleren Abschlusses einräumen.

Ernst betonte, es sei richtig, dass die Landesregierung die verbindliche Empfehlung abgeschafft und durch Entwicklungsbericht und verbindliches Elterngespräch ersetzt habe. Sie könne sich auch nicht vorstellen, dass Eltern eine Beschneidung des Elternwillens akzeptieren würden.

Schulübergangsempfehlungen begünstigten im Übrigen oft Kinder aus bildungsnahen Familien. Es sei auch bekannt, dass die meisten Kinder, die am Gymnasium scheiterten, eine Gymnasial-Empfehlung bekommen hätten. Viele Empfehlungen hätten also die weiteren Bildungswege der Kinder nicht richtig prognostiziert, seien sozial ungerecht und benachteiligten leistungsstarke Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien.

"Sie legen die Axt an den Kern des zweisäuligen Bildungssystems in Schleswig-Holstein, zu dem es gehört, dass beide Säulen das Abitur anbieten", warf die Bildungsministerin den Antragstellern vor. Damit begännen sie eine neue Schulstrukturdebatte, "die niemand braucht und die niemand will". Die zweite Säule des Bildungssystems solle nach diesen Vorschlägen gekappt werden, an den Gemeinschaftsschulen gäbe es kein Abitur mehr. "Das wollen wir nicht. Wir wollen ausdrücklich beide Bildungswege mit einem Angebot bis zum höchsten Abschluss", sagte Ernst.


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