SchuB-Tagung in Hohenroda: Kultus-Staatssekretär Joachim Jacobi zieht positive Bilanz und dankt „allen SchuB-Kräften und betrieblichen Partnern“

Erfreut angesichts von knapp 300 Anmeldungen zur Tagung über Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb (SchuB) hat sich heute Joachim Jacobi, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, bei seinem Grußwort an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Hotelpark Hohenroda gezeigt: „Dies zeugt vom großen Engagement und der SchuB-Kraft unserer Lehrkräfte in Hessen!“ Im laufenden Schuljahr 2006/2007 gebe es 111 SchuB-Klassen an 68 Haupt- und Förderschulen sowie SchuB-ähnliche Fördermaßnahmen an zehn Integrierten Gesamtschulen. „Im Zentrum stehen dabei Schülerinnen und Schüler in der Phase des Übergangs zwischen Schule und Beruf, die besonderer Förderung beim Lernen und Arbeiten bedürfen“, sagte Joachim Jacobi.

02.12.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Angesichts alarmierend hoher Zahlen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern ohne Mindestschulabschluss habe das Bildungsland Hessen im Schuljahr 2004/2005 die SchuB-Initiative ins Leben gerufen, um abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler zum Hauptschulabschluss zu führen und ihre Berufs- und Ausbildungsfähigkeit zu erhöhen. „Dank veränderter Unterrichtsmethoden und -inhalte schaffen seither jene den Hauptschulabschluss, die ihn aufgrund von Schulmüdigkeit, Lern- und Leistungsrückständen oder anderer Probleme und Schwierigkeiten in Regelklassen häufig nicht erreicht hätten“, so der Staatssekretär: Unmittelbarer Kontakt zur beruflichen Praxis wirke dabei „ungemein motivierend“.

Die bisherige Bilanz nannte Joachim Jacobi „rundweg positiv: Von den Schülerinnen und Schülern, die SchuB-Klassen erstmals ganz durchlaufen haben, haben 57 Prozent den Hauptschul- und 34 Prozent den qualifizierenden Hauptschul-Abschluss mit Englisch sowie nur 9 Prozent keinen Abschluss erreicht. Einen Migrationshintergrund hatten 48 dieser Schülerinnen und Schüler. Auf sie entfiel fast die Hälfte aller Hauptschulabschlüsse. Das freut mich sehr.“ Aus Sicht des Staatssekretärs im Hessischen Kultusministerium liegt der innovative Charakter des SchuB-Projekts in der engen Verzahnung von Schule und Betrieb und dem Herstellen gegenseitiger Beziehungen: „SchuB-Schülerinnen und -Schüler lernen den betrieblichen Arbeitsalltag kennen, fühlen sich ernst genommen und erfahren die Bedeutung auch theoretischer Kenntnisse für die Praxis. Dadurch verbessern sich – wie die Erfahrung aus den SchuB-Klassen bestätigt – die schulischen Leistungen.

Die Betriebe lernten die Bedürfnisse der ihnen anvertrauten jungen Menschen bereits früh kennen, wodurch sich die Ausbildungsabbrecher-Quote verringere und die Chancen auf Übernahme ins Ausbildungsverhältnis stiegen, freute sich Joachim Jacobi. Charakteristisches Element der SchuB-Klassen seien die beiden aufeinander folgenden Praxistage pro Woche mit 16 Zeitstunden im Betrieb, wo die Schülerinnen und Schüler mindestens drei verschiedene Berufsfelder kennen lernen. In der Schule würden die betrieblich erworbenen Praxiserfahrungen reflektiert, dokumentiert und in Projektarbeiten präsentiert. Praxislernaufgaben schlügen eine Brücke zwischen beiden Lernorten.

Der bisherige Stundenplan wurde nach Angaben des Staatssekretärs für SchuB eigens umgestaltet: „Deutsch- und Mathematikunterricht wurden um Fächerverbünde mit Inhalten von Kunst bis Physik ergänzt, handlungs- und projektorientierte Unterrichts-Strukturen stehen im Vordergrund.“ Ein weiterer Schwerpunkt des SchuB-Konzepts bestehe in der individuellen und sozialpädagogischen Förderung mit Förderplänen für jeden einzelnen Schüler: „Die Teams aus Lehr- und sozialpädagogischen Fachkräften haben eine nicht zu unterschätzende Vertrauens- und Beratungsfunktion für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Ausbildungsleiter.“

Im Zuge der Bewilligung zusätzlicher Mittel durch den Europäischen Sozialfond (ESF) wurde ein Konzept für eine weitergehende umfangreiche Qualifizierungsoffensive erarbeitet, berichtete Joachim Jacobi: „Dank der ESF-Förderung konnte ein umfassendes Fortbildungsprogramm umgesetzt werden. Gemeinsam haben sich Lehr- und sozialpädagogische Fachkräfte dieser arbeitsintensiven Qualifizierung gestellt. Den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern der ersten Phase gebührt ein besonderer Dank. Ihre konstruktive, engagierte und kritische Mitarbeit hat sehr geholfen, diese Qualifizierungsmaßnahme zu optimieren.“ Ziel des Maßnahmenpakets, das über intensiv qualifizierte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Fläche getragen werde, sei individuelles Fördern als integraler Bestandteil einer Unterrichtspraxis auf Basis veränderter Wahrnehmungs- und Diagnosefähigkeit. Allen Lehr- und sozialpädagogischen Fachkräften der SchuB-Klassen, allen betrieblichen Partnern, dem SchuB-Projektbüro sowie dem Haupt- und Realschul-Referat im Kultusministerium sprach der Staatssekretär in Hohenroda Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden