Schülerinnen und Schüler haben ihre Chance genutzt

Bildungsminister Holger Rupprecht zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis des in diesem Jahr erstmals durchgeführten Probeunterrichts. "Das Ergebnis belegt, dass die Bestehensquote in einem engen Zusammenhang mit den Leistungsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler steht", so Rupprecht. "Es zeigt außerdem, dass zahlreiche Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg die Chance nutzen konnten, ihre Eignung für das Gymnasium doch noch unter Beweis zu stellen."

24.04.2008 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Insgesamt hatten von 1145 eingeladenen Schülerinnen und Schüler 1040 am Probeunterricht teilgenommen, 105 hatten sich im Vorfeld abgemeldet. Von den 1040 Jugendlichen bestanden 478 Sechstklässler (46 Prozent), 562 erfüllten die Anforderungen nicht. Die Ergebnisse im Detail:

  • 125 Schülerinnen und Schüler mussten in den Probeunterricht, die zwar die Empfehlung zur allgemeinen Hochschulreife von ihrer Grundschule erhalten hatten, aber im Halbjahreszeugnis in den drei Kernfächern Mathematik, Deutsch und 1. Fremdsprache nur die Notensumme 8 oder 9 erreichen konnten. Von dieser Gruppe bestanden 69 – also 55 Prozent –den Probeunterricht, 56 fielen durch.
  • 385 Schülerinnen und Schüler mussten in den Probeunterricht, weil sie zwar die erforderliche Notensumme 7 nicht überschritten, aber keine Empfehlung zur allgemeinen Hochschulreife von ihrer Grundschule erhalten hatten. Von dieser Gruppe bestanden 182 – also 47 Prozent – den Probeunterricht, 203 fielen durch.
  • 421 Schülerinnen und Schüler mussten in den Probeunterricht, weil sie keine Empfehlung zur allgemeinen Hochschulreife von ihrer Grundschule erhalten hatten und zudem in den drei Kernfächern nur eine Notensumme 8 oder 9 vorweisen konnten. Von dieser Gruppe bestanden 173 – also 41 Prozent – den Probeunterricht, 248 fielen durch.
  • 47 Schülerinnen und Schüler mussten in den Probeunterricht, weil sie keine Empfehlung zur allgemeinen Hochschulreife von ihrer Grundschule erhalten hatten und zudem in den drei Kernfächern nur eine Notensumme von 10 oder schlechter vorweisen konnten. Von dieser Gruppe bestanden 10 – also 21 Prozent – den Probeunterricht, 37 fielen durch.
  • 62 Schülerinnen und Schüler mussten in den Probeunterricht, weil sie aus anderen Gründen die Voraussetzungen nicht erfüllt hatten. Von dieser Gruppe bestanden 44 – 71 Prozent – den Probeunterricht, 18 fielen durch.

In einer ersten Lehrerbefragung zeigten sich die mehr als 100 im Probeunterricht eingesetzten Lehrkräfte mit der Zeiteinteilung und dem Unterrichtsklima sowie der Unterrichtsgestaltung, den Aufgaben und den Bewertungen zufrieden bis sehr zufrieden.

Der Probeunterricht ist Teil der seit diesem Schuljahr geltenden neuen Regelungen für den Übergang auf die weiterführenden Schulen. Die Schülerinnen und Schüler, die nach der Jahrgangsstufe 6 auf ein Gymnasium wechseln wollen, dürfen auf ihrem Halbjahreszeugnis in den drei Fächern Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache maximal die Notensumme 7 haben. Bei der Ermittlung der Halbjahresnoten in den Fächern Deutsch und Mathematik flossen auch die Ergebnisse der erstmals geschriebenen landesweiten zentralen Vergleichsarbeiten (ZVA 6) ein. Zudem müssen die Schüler als zweite Voraussetzung eine Bildungsgangempfehlung zum Erwerb des Abschlusses "allgemeine Hochschulreife" aufweisen. Wer eines von beiden oder beide Kriterien nicht erfüllt, aber dennoch das Gymnasium besuchen möchte, kann an einem zweitägigen Probeunterricht teilnehmen, um dort seine Eignung nachzuweisen. Der diesjährige Probeunterricht fand an zwei Terminen Anfang April statt.

Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) hatte für den Probeunterricht insgesamt 37 Teams mit jeweils drei Lehrkräften (je ein Mathematik- und ein Deutschlehrer vom Gymnasium sowie ein Lehrer von der Grundschule) fortgebildet und die Mathematik- und Deutsch-Aufgaben für die Schülerinnen und Schüler entwickelt, die sich inhaltlich an den Rahmenlehrplänen der Grundschule orientierten. Der jeweils fünfstündige Unterricht an zwei Tagen wurde von der Grundschullehrkraft und den zwei Gymnasiallehrkräften abwechselnd durchgeführt. Während des gesamten Unterrichts waren jeweils zwei Lehrkräfte mit der Beobachtung betraut. Diese Beobachtungen u.a. zur Kommunikations- und Teamfähigkeit der Schülerinnen und Schüler waren neben den Ergebnissen der Arbeit in den vorgegebenen Arbeitsheften wesentlicher Bestandteil der abschließenden Beurteilung.


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