Schule in Kalifornien "scannt" ihre Schüler
(bikl) Die Brittan-Grundschule im kalifornischen Sutter wird bald RFID (Radio-Frequency-Identification-System) -Chips an ihren Schülern testen. Wie Heise Online heute meldet, sollen dabei die auf RFID-Ansteckern gespeicherten Informationen an der jeweiligen Klassenzimmertüre ausgelesen werden, um die Anwesenheit der Schüler zu überprüfen. Die Schulbehörden erwarten von dem Test Auskunft darüber, ob mit der RFID-Technik die Sicherheit auf dem Schul-Campus erhöht werden kann.
07.02.2005 ArtikelDer zuständige Schulamtsleiter von Sutter, Ernie Graham, verteidigte den Test, den die Schulbehörde schließlich bereits im vergangenen Sommer für alle Kinder vom Kindergarten bis zur achten Klasse genehmigt habe. Er verglich den RFID-Anstecker mit einem Schulbuch: Wer seinen RFID-Anstecker verliere, der müsse für den Ersatz aufkommen.
Eltern sehen die Entwicklung weniger gelassen und kritisierten den Test von Anfang an. Sie befürchten, dass die gespeicherten Informationen (Name, Bild und ID-Nummer des Kindes) auch von Dritten ausgelesen und missbraucht werden könnten. Verschiedene Bürgerrechtsorganisationen warnten inzwischen aus diesem Grund vor dem Tracking der Schüler. Es sei auch für Pädophile leicht, die Kinder elektronisch zu verfolgen, sagte Cedric Laurent von der Electronic Privacy Information Center (Epic), der in Anhörungen vor dem Kongress den Einsatz von RFID-Technik bereits mehrfach kritisiert hat.
Die Behörden könnten allerdings andere Interessen als die Sicherheit der Kinder im Fokus haben, nämlich überprüfbare Abrechnungsdaten der Schule gegenüber der öffentlichen Hand. In Kalifornien wurden zuletzt mehrere Schulen verdächtigt, ihre Schülerzahlen frisiert zu haben, um mehr öffentliches Geld zu bekommen.
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