Schulen im Spiegel: Externe Evaluationsteams nahmen 51 Schulen unter die Lupe
Bildungsminister Henry Tesch hat heute die Ergebnisse der Startphase der Externen Evaluation in 51 Schulen (21 Grundschulen, 6 Regionalschulen mit Grundschule, 15 Regionalschulen, 2 Integrierte Gesamtschulen, 7 Gymnasien) im Land vorgestellt und dabei eine positive Bilanz ziehen können.
21.04.2008 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernIn den meisten der 6 untersuchten Qualitätsbereiche, die mit 21 Indikatoren unterlegt sind, haben die bewerteten Schulen überwiegend durchschnittliche bis gute Ergebnisse erzielt, so der Minister. Es wurden aber auch Reserven deutlich, z.B. bei der individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen.
Minister Tesch: "Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Instrument der externen Evaluation gut dazu geeignet ist, Stärken und Reserven der Schulen genau zu benennen. Gefühltes wird durch Expertenwissen ersetzt und damit nachvollziehbar. Die Schulen haben nach anfänglichen Unsicherheiten die externe Evaluation als ein gutes Instrument zur Qualitätsverbesserung angenommen und verstehen sie sogar als Wertschätzung."
Eine Vierergruppe aus speziell geschulten Mitarbeitern des L.I.S.A., Schulleitern und Schulräten (EVA-Team) hat sichpro Schule über einen Zeitraum von 12 Wochen intensiv mit allen Aspekten des Lernens beschäftigt. So wurden u.a. Termine abgesprochen, die Online- Befragung von Lehrern, Schülern, Eltern (diese auf Papierbögen) durchgeführt, drei Schulbesuchstage mit Hospitationen und Gesprächen durchgeführt und die Ergebnisse in einem Berichtzusammengeführt.
Bewertet werden die 6 Qualitätsbereiche:
- Ergebnisse der Schule
- Unterricht
- Lehrerprofessionalität und Personalentwicklung
- Schulmanagement
- Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
- Schulkultur und Schulklima
Folgende Ergebnisse der Evaluation lassen sich als Stärken und Reserven bislang so zusammenfassen:
Stärken:
- Absicherung fachlicher Kompetenzen wird ernst genommen
- Unterrichtsverlauf weitgehend zusammenhängend
- Phasen des Übens und Wiederholens vorhanden
- Regelsystem erkennbar, Unterricht weitgehend störungsfrei, Lehrkraft behält den Überblick
- Umgang von Lehrern und Schülern miteinander in der Regel wertschätzend
Reserven:
- Selbstständiger Wissens- und Könnenserwerb durch die Schüler wenig ausgeprägt (Sprechanteilder Schüler, Methodenbewusstsein, Selbst- und Fremdreflexion)
- Wissensvermittlung vorherrschend, Ausrichtung auf umfassende Kompetenzentwicklung nur in Ansätzen
- Anregungen zum problemorientierten Denken selten
- Binnendifferenzierung, insbesondere das Eingehen auf Leistungsstärken und Leistungsschwächen, wenig ausgeprägt
Die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Schulen erlauben kein Ranking. Ziel der externen Evaluation ist nicht der Leistungsvergleich, sondern es geht vielmehr um die eigene Weiterentwicklung. Die Externe Evaluation dient mit dem Bericht (anonymisiertes Beispiel siehe Anlage), der am Ende erstellt wird, als Hilfe für den Blick auf die eigene Qualität - als Spiegel. Weil das Instrumentarium aber auch Normen vorgibt, ist es ebenso ein Korrektiv und Anregung zur Reflexion des bisher Geleisteten.
Im Ergebnis der Externen Evaluation entsteht im Rahmen einer langfristigen Strategie eine Zielvereinbarung mit möglichst präzisen Vorgaben (anonymisiertes Beispielsiehe Anlage) für die Schule. Das ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Selbstständigen Schule.
Dazu wird derzeit ein umfangreiches Unterstützungssystem aufgebaut. So hat die Qualifizierung aller Schulleiter für diese Aufgaben Ende vergangenen Jahres 2007 begonnen. Die Ausbildung von Schul- und Unterrichtsberatern gehört ebenso dazu.
Für jede Schule werden "Q-Teams" (in Kooperation mit dem "Bildungswerk der Wirtschaft") qualifiziert, d.h. zwei Lehrer, die für das Qualitätsmanagement zuständig sein werden
Mit Beginn des neuen Schuljahrs 2008/09 werden pro Schulamt vier EVA-Teams mit je vier Mitgliedern in die Schulen gehen, wobei rund 160 Schulen pro Schuljahr bewertet werden können. Künftig werden die Schulen dann im Abstand von vier Jahren wieder bewertet werden.
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