Schuljahresbeginn 2009/2010: Heister-Neumann: "Unterrichtsversorgung gesichert"

Niedersachsens Unterrichtsversorgung ist im kommenden Schuljahr gesichert. Dies teilte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann am Mittwoch in Hannover mit. "Unser Maßnahmebündel zur Sicherung der Unterrichtsversorgung greift. Die Herausforderung durch die Arbeitszeitkonten und den doppelten Abiturjahrgang werden gemeistert. Wir haben mit über 86.000 Lehrerinnen und Lehrern die höchste Anzahl in der Geschichte unseres Landes, und das bei zurückgehenden Schülerzahlen".

05.08.2009 Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Das Konjunkturprogramm II wurde in Niedersachsen bereits in den ersten Wochen konsequent umgesetzt. "Bei den Baumaßnahmen ist bereits über ein Drittel bewilligt, bei der Medienausstattung über die Hälfte. Für die Schulen konnten schon in den Ferien die Aufträge vergeben werden. Wir werden in den nächsten Wochen einen Modernisierungsschub in unseren Schulen erleben", sagte Heister-Neumann. Zum neuen Schuljahr ist auch die Anzahl der Ganztagsschulen um ein Drittel auf 880 erhöht worden. Für die Lehrerausbildung werden die Plätze im Vorbereitungsdienst auf 5.900 ausgeweitet. "Damit sorgen wir langfristig für Nachwuchskräfte", sagte Heister-Neumann.

Unterrichtsversorgung

Über 2.300 Lehrkräfte sind an den allgemein bildenden Schulen neu eingestellt worden. 520 Lehrkräfte kamen aus anderen Bundesländern. "Niedersachsen ist für Lehrerinnen und Lehrer attraktiv", sagte Heister-Neumann. Das Maßnahmebündel zur Unterrichtsversorgung war erfolgreich. "Mit dem Maßnahmebündel der Landesregierung wurden rund 50.000 Unterrichtsstunden gewonnen." Allein die freiwillige Reduzierung der Teilzeit brachte 2.000 Unterrichtsstunden. "Ich möchte mich bei allen Lehrerinnen und Lehrern für ihren Einsatz bedanken", so Heister-Neumann. Eine Herausforderung bleiben die Mangelfächer. Hier sei es gelungen, zum Beispiel durch die Einstellung von mehr als 150 Quereinsteigern gegenzusteuern. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. Die durchschnittliche rechnerische Unterrichtsversorgung wird an den allgemein bildenden Schulen nach den derzeitigen Planungen bei 99,5 % liegen. Damit werden Pflichtunterricht und zum Beispiel Verfügungsstunden und Arbeitsgemeinschaften abgedeckt sein. Die tatsächliche Unterrichtsversorgung wird im Oktober vorliegen.

Modernisierungsschub an Niedersachsens Schulen

Es ist viel passiert an den Schulen in den Ferien. Immer mehr Aufträge aus dem Konjunkturprogramm II wurden vergeben. Das Land hat in nur wenigen Wochen von den 139 Millionen Euro bereits über 36 Millionen bewilligt. "Neue Fenster, neue Dächer, neue Spielplätze, neue Mensen! Wir haben einen Modernisierungsschub an unseren Schulen", sagte Heister-Neumann. Besonders deutlich werde dies im Bereich der Medienausstattung. Von den 40 Millionen Euro wurde bereits mehr als die Hälfte bewilligt. Hier profitieren Grundschulen mit mobilen Lerneinheiten, andere Schulformen mit der Einführung oder dem Ausbau der elektronischen Tafeln bis hin zu Schulen, die ihre technische Ausstattung erweitern, um zum Beispiel das Fach Robotik anbieten zu können. Insgesamt wurden für die rund 3.200 Schulen im Land über 1.500 Maßnahmen bewilligt. "Dies wird ein Schuljahr, indem die Schülerinnen und Schüler bereits in den nächsten Wochen die Veränderungen in ihren Schulen miterleben können. Wir werden dafür sorgen, dass die weiteren Aufträge so schnell wie möglich vergeben werden können", sagte Heister-Neumann.

Ganztagsangebot deutlich gesteigert

Zu Beginn des Schuljahres 2009/2010 wird es in Niedersachsen 880 Ganztagsschulen geben. Bei der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch diese Landesregierung arbeiteten in Niedersachsen nur 155 Ganztagsschulen. Dies ist eine außerordentliche Steigerung der Anzahl innerhalb von rund sechs Jahren. Aktuell sind rund 36 Prozent aller Schulplätze an allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen in einer Ganztagsschule organisiert. Das Land Niedersachsen wendet rund 70 Mio. Euro im Haushaltsjahr 2009 für die Personalausstattung in Ganztagsschulen auf. Für das Haushaltsjahr 2010 sind rund 75 Mio. Euro angemeldet.

Entwicklung der Schülerzahlen

Die Anzahl der Lehrkräfte ist auf dem höchsten Stand, doch die Schülerzahlen sind im fünften Jahr in Folge weiter rückläufig. In diesem Jahr werden 941.000 Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen die Schule besuchen, das ist ein Rückgang von 13.000 Kindern (1,4 %). Seit 2004 sind die Schülerzahlen um 52.000 Kinder und Jugendliche zurückgegangen. Zum Schuljahresbeginn werden rd. 76.000 Kinder eingeschult, im Vorjahr waren es noch rund 78.000. Bis 2013 werden die Zahlen auf unter 70.000 sinken. Die Übergangsquoten im fünften Jahrgang an Hauptschulen und Gymnasien sollen nach den vorläufigen Empfehlungen aus dem Februar in etwa das Vorjahresniveau halten, leichte Rückgänge könnten bei Realschulen zu verzeichnen sein. Bei den Gesamtschulen ergibt sich durch die Neugründungen ein leichtes Plus. Genaue Daten werden im Oktober vorliegen.

Lehrerausbildung deutlich ausgeweitet

"Wir haben die Ausbildungskapazitäten an den niedersächsischen Studienseminaren von 4.240 im Jahr 2004 auf 5.900 Plätze ab August 2009 erhöht", sagte Heister-Neumann. Durch die in diesem Jahr neu geschaffenen fünf Außenstellen der Studienseminare für das Lehramt an Gymnasien in Nienburg, Uelzen, Vechta, Seesen und Cuxhaven kann die Lehrerausbildung nun auch in Schulen stattfinden, an denen dies zuvor noch nicht der Fall war. Durch die Einrichtung der Außenstellen wird der ländliche Raum gestärkt, denn es ist zu erwarten, dass ausgebildete Lehrkräfte in dieser Region bleiben und dort zur Sicherung der Unterrichtsversorgung beitragen.

Informationspaket für Schulelternräte und Servicetelefon

Die Schulelternräte erhalten in den nächsten Tagen eine CD mit umfangreichen Informationen zu Fragen des neuen Schuljahres. Von Unterrichtsversorgung bis Ganztagsschulen reicht das Informationspaket. Für Eltern sind für alle Fragen zum Thema Unterrichtsversorgung vier regionale Hotlines "Service-Telefon Schule" direkt in der Landesschulbehörde eingerichtet. Unter der jeweiligen Hotline-Nummer sind erfahrene Schulexperten aus der jeweiligen Region direkte Ansprechpartner für Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler. Die Hotline ist an den vier Standorten der Landesschulbehörde Montag bis Freitag von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr unter folgenden Telefonnummern zu erreichen:

Lüneburg: 04131 / 15 - 2555
Hannover: 0511 / 106 - 6666
Braunschweig: 0531 / 484 - 3456
Osnabrück: 0541 / 314 - 314


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