Schulministerin Barbara Sommer: Die Hauptschulen liegen mir besonders am Herzen

Schulministerin Barbara Sommer hat angesichts der bundesweiten Diskussion um Gewalt an Hauptschulen noch einmal auf das besondere Engagement der Landesregierung für die Hauptschulen in NRW hingewiesen: "Direkt mit meinem Amtsantritt im vergangenen Jahr habe ich die Qualitätsoffensive für die Hauptschulen gestartet. Wir werden in Nordrhein- Westfalen künftig kein Kind mehr zurücklassen, jedes Kind und jeder Jugendliche wird mitgenommen", versprach Ministerin Sommer.

31.03.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Dieses Engagement zeigt, dass uns die Hauptschule von Anfang an am Herzen lag und nicht erst durch so schreckliche Ereignisse wie in Berlin eingefordert werden musste." Nach Ostern trifft sich Ministerin Barbara Sommer mit Schulleiterinnen und Schulleitern der Hauptschulen, um Probleme zu diskutieren.

Die Qualitätsoffensive für die Hauptschule umfasst den Aufbau von Ganztagsschulen mit insgesamt 50.000 vollwertigen Ganztagsplätzen bis zum Jahr 2012 sowie ein neues pädagogisches Konzept. Ziel ist es dabei, mittel- bis langfristig die Bildungsqualität und Lernergebnisse wieder deutlich zu verbessern. Darüber hinaus sind in der Hauptschule zusätzlich mehr als 500 Stellen für die individuelle Förderung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler, insbesondere an Schulen in sozialen Brennpunkten, verblieben. Diese Stellen hätten wegen rückläufiger Schülerzahlen andernfalls auf andere Schulformen verteilt werden müssen.

Das neue pädagogische Konzept für die Hauptschule wird mit allen Beteiligten, den Lehrern, Schulleitern, der Schulaufsicht sowie weiteren Partnern der Schule aus Jugendhilfe, Wirtschaft und Handwerk gemeinsam entwickelt. Es soll den besonderen Erfordernissen der Hauptschule Rechnung tragen. Ziel des neuen Konzeptes wird sein, in den ersten drei Jahrgangsstufen das Erlernen und Einüben so genannter Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie eine Fremdsprache in den Vordergrund zu stellen. In den Jahrgängen 8, 9 und 10 sollen dagegen die Themen Berufsfähigkeit und berufliche Praxis Schwerpunkt werden. Für den Aufbau neuer Ganztagsschulplätze in Hauptschulen sind im Nachtragshaushalt für das Jahr 2005 insgesamt rund 16 Millionen Euro bereitgestellt worden. Diese Summe wird bis zum Jahr 2012 auf insgesamt rund 40 Millionen Euro jährlich anwachsen. Dafür sollen nach dem Willen der Ministerin 512 zusätzliche Lehrerstellen landesweit für die neuen Ganztagsangebote ausgewiesen werden.

"Mit diesem finanziellen Kraftakt in schwieriger Zeit erwarten wir mittel- bis langfristig eine deutliche Qualitätssteigerung an den insgesamt rund 730 Hauptschulen im Land", so Ministerin Barbara Sommer.

Außerdem hat die Landesregierung ihr Wort gehalten und die Arbeitsplätze von rund 250 Sozialpädagogen an Hauptschulen gesichert. Diese waren von der alten rotgrünen Landesregierung nur zeitlich befristet eingerichtet worden und wären jetzt mit dem nächsten Schuljahr ausgelaufen. Die Sozialpädagogen sind zu Beginn des Schuljahres 2003/2004 eingestellt worden. Im Rahmen ihrer Arbeit bieten sie umfangreiche Unterstützungsangebote für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für ihre Eltern an. Sie arbeiten eng mit den Lehrkräften, der Schulleitung und auch mit außerschulischen Beratungsinstitutionen zusammen. An den Hauptschulen in NRW sind derzeit mehr als 350 Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen beschäftigt.


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