Hamburg

Schulsenator Rabe: Kein verkrampfter Patriotismus an den Schulen

Burkas sind schon lange verboten, Fahnenappelle nicht nötig.

26.08.2016 Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
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Zur Forderung der CDU nach einem Burka-Verbot und einer Hymnen- und Fahnenpflicht an den Hamburger Schulen sagt Hamburgs Schulsenator Ties Rabe: „Die Debatte über das Burka-Verbot wundert mich. Das Burka-Verbot an den Hamburger Schulen habe ich bereits 2013 durchgesetzt. Denn ich sage sehr klar: Erziehungs- und Bildungsprozesse an unseren Schulen können nur dann erfolgreich gelingen, wenn Schüler und Lehrer ihr Gesicht zeigen. Erfolgreiche Kommunikation braucht Gesicht und Mimik.“ 

Rabe weiter: „Überdies leuchtet es mir überhaupt nicht ein, warum junge Frauen ihre Individualität hinter einem Schleier verstecken müssen, während junge Männer das nicht tun. Die Erziehung zur Gleichberechtigung ist ausdrücklich im Hamburger Schulgesetz verankert – und wir nehmen das sehr ernst. Entsprechend konsequent gehen wir seit Jahren gegen die Burka vor. Bislang haben wir das Verbot gegenüber vier Schülerinnen ohne Abstriche durchgesetzt. So werden wir auch weiterhin handeln.

Etwas anderes ist es mit der Forderung, Schulen sollten morgens die deutsche National-Hymne abspielen und die deutsche Fahne hissen. Diese Tradition mag es in einigen Ländern geben. Aber in Deutschland wie in Hamburg haben wir seit langer Zeit einen gelassenen, entspannten und unaufgeregten Umgang mit unseren nationalen Symbolen entwickelt. Das hat unserem Land und unserer Stadt gut getan, und darauf können wir heute nach vielen Irrungen und Verfehlungen in der deutschen Geschichte stolz sein. Ich wünsche mir deshalb sehr, dass wir uns jetzt nicht durch Flüchtlingsdebatte einen verkrampften Patriotismus mit Fahnenappell und Hymnenzwang an den Schulen aufzwingen lassen, sondern unseren guten und unaufgeregten Umgangsstil beibehalten."


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