Securitate-Spitzel in Oppenheim
"Die Landesregierung muss in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur die ihr vorliegenden Informationen zur Spitzeltätigkeit des Gymnasiallehrers, Leiters der Oppenheimer Festspiele und Schriftstellers, Peter Grosz, offen legen." Das fordern die CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Günther und Dorothea Schäfer von Kultur- und Bildungsministerin Doris Ahnen. Hintergrund sind aktuelle Medienberichte, nach denen Grosz zugegeben hat, unter dem Ceausescu-Regime in Rumänien u. a. den Ehemann der Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller ausspioniert zu haben. Es sei nicht akzeptabel, so die Abgeordneten, dass die Landesregierung in dieser Frage lediglich einen Ministerialbeamten vorschicke, der die Angelegenheit gegenüber den Medien noch dazu verharmlose.
22.02.2010 Pressemeldung CDU/CSU"Die Securitate in Rumänien war der brutale Geheimdienst eines menschenverachtenden Regimes. Sie hat Andersdenkende verfolgt, gefoltert, eingesperrt und umgebracht, um das System abzusichern. Peter Grosz hat laut Medienberichten zugegeben ein Securitate-Spitzel gewesen zu sein. Er habe Schriftstellerkollegen im Auftrag der Securitate ausgeforscht. Wenn das so ist, wollen wir von der Landesregierung wissen, seit wann sie welche Informationen zu diesem Sachverhalt hat und wie sich das mit der Lehrertätigkeit von Grosz vereinbaren lässt. Hier kann kein anderer Maßstab gelten als bei den IM´s der Stasi. Grosz ist nicht nur Leiter der Oppenheimer Festspiele, sondern steht als Gymnasiallehrer vor allem auch in einem besonderen Verantwortungsverhältnis zu dieser freiheitlichen Gesellschaft und ihren tragenden Werten. Wer unsere Kinder unterrichten will, muss hohen Ansprüchen gerecht werden. Dazu muss die Landesregierung Stellung nehmen."
Hinweis: Die nächste Sitzung des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur findet am Donnerstag, den 25. Februar 2010, um 14:00 Uhr in Saal 401 des Abgeordnetengebäudes statt.
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