Spickmich-Urteil des BGH – eine pädagogisch höchstbedenkliche Entscheidung!

Der nordrhein-westfälische Philologen-Verband respektiert das Urteil des Bundesgerichtshofs zur "spickmich-Thematik". Allerdings hält er das Signal, das von dieser Gerichtsentscheidung ausgeht, pädagogisch für äußerst problematisch. Das Gericht betont, dass es sich um die Beurteilung eines "Einzelfalls" handelt.

23.06.2009 Pressemeldung Philologen-Verband NRW

"Nicht alles, was juristisch nicht zu beanstanden ist, ist gleichermaßen pädagogisch sinnvoll und menschlich verantwortbar!", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Philologen-Verbandes.

Der Philologen-Verband hält seine Kritik an der Internet-Plattform aufrecht, weil er dieses Instrumentarium für ungeeignet befindet, einen konstruktiv-kritischen Austausch zwischen Schülerinnen/Schülern sowie Lehrerinnen/ Lehrern zu fördern. Zu groß ist die Gefahr, dass sich Schülerinnen und Schüler hinter Anonymität und Pauschalurteilen verstecken, statt "face to face" das Gespräch zu suchen.

Die Schule aber soll zu mündigen Staatsbürgern erziehen, die Zivilcourage zeigen und sich nicht in ihrer Bewertung und Beurteilung feige in den Raum des Unverbindlichen zurückziehen. Daher ist das spickmich-Forum gefährlich. Es blockiert eher das partnerschaftliche Miteinander Umgehen als es dazu beiträgt, dass die betroffenen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Allzu leicht bleiben Verallgemeinerungen, Verdächtigungen, sogar Verunglimpfungen und damit Verletzungen von Menschen im Raum stehen, ohne faire Chancen der Aufarbeitung anzubieten.

Erziehung setzt Beziehung voraus. Erfahrungen zeigen, dass anonyme Internet-Foren und fragwürdige Chatrooms eher zu einem Vertrauensverlust der Beteiligten untereinander führen. Der Philologen-Verband wird nicht zuletzt wegen des Mobbing-Missbrauchs Lehrerinnen und Lehrer rechtlich beraten und - sofern erforderlich - Rechtsschutz gewähren.

Ansprechpartner

Philologen-Verband NRW

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