Sport "PISA"- auch keine Supernote

(bikl) "Wir wissen jetzt fundierter, wo sich die Schwachstellen im Schulsport befinden", sagte der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen heute in Berlin bei der Vorstellung von SPRINT - der Studie des Deutschen Sportbundes zum Schulsport. Nun komme es darauf an, wann und wo die notwendigen Schlussfolgerungen gezogen würden.

05.07.2005 Artikel

Die Kernkritik der Studie, die vom DSB und den fünf ehemaligen deutschen Bewerberstädten für Olympia 2012 mit 240 000 Euro finanziert wurde: In den weiterführenden Schulen fällt jede vierte Sportstunde aus. Besonders betroffen sind die Hauptschüler. Damit ist genau die Gruppe von Jugendlichen betroffen, die sich auch außerhalb der Schule am wenigsten körperlich anstrengt.

Ein weiteres Problem deckt die Studie auf: In den Grundschulen hat die Hälfte der Lehrer keine Sportausbildung. Und schließlich, so der Leiter der Studie, Professor Wolf-Dieter Brettschneider von der Universität Paderborn, könne man vor allem dem Schwimmunterricht in Deutschland kaum noch die Note ausreichend erteilen. Das sei besonders besorgniserregend, weil im vergangenen Jahr so viele Kinder und Jugendliche ertrunken seien wie noch nie seit 1945.

Auch die Schüler kommen in der Studie zu Wort. Viele von ihnen kritisierten nicht nur die Rahmenbedingungen, sondern die Inhalte des Schulsports. Sie wollen stärker gefordert werden und wünschen sich, dass Trendsportarten wie Inline-Skating, Klettern oder Kampfsport und Spiele wie Basketball oder Football unterrichtet werden. Bisher aber werde vorwiegend Turnen und Leichtathletik gelehrt. Der Sportunterricht laufe deshalb Gefahr, zu einem Museum für den traditionellen Sport zu werden, so die Wissenschaftler.

Für Dezember haben nun Kultusminister, DSB und Wissenschaftler eine erste gemeinsame Schulsportkonferenz geplant.

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