Sprachbildung in Berlin – eine Aufgabe für alle Lehrkräfte und alle Fächer
Der Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern hängt maßgeblich von deren sprachlicher Kompetenz ab. Wie erfolgreiche Sprachbildung in der Praxis aussehen kann, fasst eine Expertise zusammen. Auf 200 Seiten haben Prof. Konrad Ehlich, Prof. Renate Valtin und Dr. Beate Lütke Empfehlungen für erfolgreiche Sprachbildung ausgesprochen und Forschungsergebnisse und -erfordernisse im Bereich Spracherwerb vorgelegt.
20.12.2012 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung"In weiten Teilen bestätigt die Expertise den Weg, den wir bisher auf dem Gebiet der Sprachbildung an Berliner Schulen gegangen sind. Sie zeigt aber auch, dass noch Handlungsbedarf bei der Weiterentwicklung einer durchgängigen Sprachbildung an Berliner Schulen besteht. Die Ergebnisse der Expertengruppe stellen hierfür eine gute Grundlage dar", so Bildungssenatorin Sandra Scheeres. "Basierend auf den Empfehlungen der Expertise wird die Bildungsverwaltung die schulischen Angebote zur Sprachbildung, Sprachdiagnostik und Leseförderung im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und Effizienz überprüfen und nachhaltig weiterentwickeln."
Die Empfehlungen gruppieren sich um folgende Themenbereiche: Entwicklung eines Gesamtsprachencurriculums, Förderung der literalen Basisqualifikationen, Diagnose und Förderung, Überarbeitung der Instrumente zur Erhebung der Lernausgangslage, Erstlese- und Erstschreibunterricht, Qualifizierung von Lehrkräften und Evaluation der Sprachbildung.
Die Senatsbildungsverwaltung kommt den Empfehlungen bereits vielfältig nach: Schulen, die zusätzliche Mittel für Sprachbildung erhalten, haben Sprachbildungskoordinatorinnen/-koordinatoren benannt. Diese werden umfassend qualifiziert und entwickeln die Sprachbildung an der eigenen Schule weiter. Die Inhalte der Fort- und Weiterbildung werden gemäß den Empfehlungen zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz geschärft. In dem Modellvorhaben "ProLesen-Transfer" werden Lehrkräfte systematisch fortgebildet und Schulen als Leseschulen zertifiziert. Ebenso dient das Schülerprojekt "LeseProfis" der Förderung der Lesemotivation und -kompetenz.
Um Sprachbildung in jedem Fach zu verankern, soll bei der aktuellen Überarbeitung der Rahmenlehrpläne die Sprachbildung explizit berücksichtigt werden. Vorhandene Diagnoseinstrumente werden wissenschaftlich überprüfen. Auch die Überarbeitung der Berliner Instrumente zur Erhebung der Lernausgangslage zu Beginn der Primarstufe und der Sekundarstufe I wird im Jahr 2013 unter wissenschaftlicher Begleitung erfolgen.
Die Expertise ist einsehbar unter: www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/index.html
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