Staatsekretär Freller: "Die Qualität eines Schulsystems erkennt man am Umgang mit den Schwächsten"

Herr MdL Fischer ermöglichte den "Löweneltern", dem zuständigen Staatssekretär Karl Freller ihre Probleme, Nöten und Sorgen vorzutragen. Bei den Löweneltern handelt es sich um eine Elterninitiative, die gegründet wurde, um die Situation an den sonderpädagogischen Förderzentren in ganz Bayern zu verbessern. Die Anwesenheit von vier Landtagsabgeordneten (Prof. Dr. Waschler, Hr. Fischer, Hr. Thätter und Hr. Stahl) neben Vertretern des Kultusministeriums zeigte den Eltern das Interesse der politisch verantwortlichen Entscheidungsträgern im Freistaat Bayern, die nach eigenen Worten bereits die aktuellen Probleme in den Förderschulen erkannt haben.

13.07.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Elternverband

Nach den aktuellen Statistiken wurden zu Schuljahresbeginn 11,4 Schüler durchschnittlich pro Förderklasse betreut. Tatsächlich sind in der Praxis Klassenstärken mit 15 Schülern, auch in Entlassklassen, keine Seltenheit. Bei diesem Zahlenmaterial sind die von Regelschulen im Jahresverlauf wechselnden Schulkinder noch nicht berücksichtigt. Bei der Vielzahl von Problemen der Schüler, denen sich die Lehrkraft bei einer solchen Klassenstärke gegenübersieht, ist es kaum möglich differenziert auf die Stärken und Schwächen des Einzelnen einzugehen. Herr Thätter, vor seiner Abgeordnetenzeit selbst langjähriger Pädagoge an einem Förderzentrum, stellte aus seiner eigenen Erfahrung dar, dass trotz des verstärkten Auftretens von Verhaltensauffälligkeiten einzelner Schüler, früher mehr Lehrerstunden in den Förderschulen vor Ort zur Verfügung gestanden haben.

In Folge der gestiegenen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt ist es den Eltern ein besonderes Anliegen, die Kinder im Bereich soziale und emotionale Entwicklung zu fördern. So werden derzeit in vielen Förderschulen keine Angebote zur Verfügung gestellt, die durch musische oder sonstige Neigungsgruppen den Aufbau eines gesunden Selbstbewusstseins unterstützen. Diese Zusatzangebote werden in den meisten Regelschulen als "normal und üblich" angeboten.

Von den anwesenden politischen Vertretern konnte den Eltern die positive Nachricht überbracht werden, dass aktuell die Möglichkeit gebundene Ganztagesschulen auch in den Förderschulen einzurichten in das Beschlussverfahrens zum nächsten Haushalt des Freistaats eingebracht wurde. Als einen ersten Schritt zur Qualitätssicherung in den Förderschulen, zeigten sich die Eltern über die Nachricht erfreut, dass 2007 bayernweit 45 seit Jahren befristete Lehrerstellen in feste Planstellen umgewandelt werden.

Herr Freller ist an einem weiteren Austausch mit den engagierten Eltern von Förderschulkindern sehr interessiert und sicherte seine persönliche Unterstützung für die Kinder in den Förderschulen zu. Herr Fischer begründete sein weiteres Engagement mit dem Leitspruch " Es darf kein Kind verloren gehen".


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