Hamburg

Stadtteilschulen geben sich eigenes Leitbild

Bildungs- und Sozialsenator Dietrich Wersich sowie Vertreter der Hamburger Stadtteilschulen haben heute den offiziellen Startschuss für die Anmelderunde für die neue Schulform gegeben. Vom 1. bis 7. Februar haben Eltern von Viertklässlern die Möglichkeit, sich für die Stadtteilschule als weiterführende Schule zu entscheiden und ihr Kind an einer von 52 Stadtteilschulen anzumelden.

17.01.2011 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Ab dem morgigen Dienstag, 18. Januar, wird zudem hamburgweit mit mehr als 400 Plakaten auf den Stadtinformationsanlagen für die neue Schulform geworben und auf die Anmelderunde aufmerksam gemacht. Bereits in den vergangenen Wochen haben viele Stadtteilschulen ihr Profil und ihre Angebote im Rahmen von Aktionstagen vorgestellt. Gestärkt wird das Profil der Stadtteilschulen durch ein Leitbild, welches heute ebenfalls vorgestellt worden ist.

"Der Schüler, ganz gleich welchen Bildungsniveaus, steht in der Stadtteilschule im Mittelpunkt. Das kommt auch in dem Leitbild zum Ausdruck", sagt Bildungssenator Dietrich Wersich. "Ich würde mir wünschen, dass viele Eltern sich für diese neue Schulform entscheiden und ihren Kindern damit die besondere Unterstützung zukommen lassen, die es auf den Stadtteilschulen auf allen Niveaus gibt. Denn das besondere an den Stadtteilschulen ist, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern alle Bildungsabschlüsse ermöglichen, vom ersten Abschluss bis zum Abitur. Dabei hat jede Stadtteilschule ihre eigenen Qualitäten: seien es Kooperationen mit außerschulischen Partnern, spezielle Profilangebote und vieles mehr", so Senator Wersich weiter.

Geprägt wird das neue Schulprofil im Wesentlichen durch die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler, damit ein jeder den für sich bestmöglichen Abschluss erreichen kann. Im Vergleich mit dem Gymnasium ist dabei wesentlich, dass durch den neun- statt achtjährigen Bildungsweg bis zum Abitur die Lerninhalte entzerrt werden und damit mehr Zeit für Persönlichkeitsentwicklung sowie praxis- und projektorientiertes Lernen bleibt.

Die Qualitäten der Stadtteilschulen werden in einem Leitbild deutlich, welches die Schulleitungen der Stadtteilschulen gemeinsam erarbeitet und verabschiedet haben. Das Leitbild verdeutlicht, dass bereits ein schulformbezogenes Netzwerk entstanden ist, und verstärkt das Profil der Stadtteilschule weiter.

Die vier Leitsätze des Leitbildes, denen sich die Schulen gegenüber verpflichtet sehen, lauten wie folgt:

  • Wir wissen: Lernen ist ein individueller Prozess. Wir gestalten und sichern längeres gemeinsames Lernen. Wir fördern exzellente Leistungen jeglicher Art.
  • Wir führen die Schülerinnen und Schüler zu den bestmöglichen Abschlüssen und Anschlüssen. Wir bieten und sichern einen profilgebenden Weg zum Abitur.
  • Wir arbeiten in verlässlichen Netzwerken und Kooperationen, um voneinander zu lernen und ein breites Lern- und Unterstützungsangebot für jede Schülerin und jeden Schüler zu bieten.
  • Wir fördern, fordern und betreuen die Schülerinnen und Schüler durch Teams mit unterschiedlichen Professionen.

Die Stadtteilschule auf einen Blick

Die Stadtteilschulen haben bereits im August 2010 ihre Arbeit aufgenommen. Mit dem bevorstehenden Schuljahr 2011/12 haben sie nun ihre zweite Anmelderunde vor sich. Im neuen Schuljahr gibt es 52 Stadtteilschulen. 37 und damit die meisten Stadtteilschulen sind aus früheren integrierten Gesamtschulen erwachsen, die übrigen sind aus Fusionen hervorgegangen. Viele Stadtteilschulen führen seit vielen Jahren sogenannte Integrationsklassen, in denen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erfolgreich beschult werden.

Langfristig haben sich alle Stadtteilschulen zum Ziel gesetzt, eine Ganztagsschule zu werden. Zurzeit haben rund die Hälfte der Schulen eine Form von Ganztagsbeschulung.

Die neue Schulform Stadtteilschule bietet unter anderem:

  • Alle Schulabschlüsse: Erster allgemeinbildender Schulabschluss (früher Hauptschulabschluss), Mittlerer Allgemeinbildender Schulabschluss (früher: Realschulabschluss) und Abitur
  • Ein Jahr mehr Zeit bis zum Abitur: Die Prüfungen finden im 13. statt im 12. Schuljahr wie am Gymnasium statt.
  • Kleinere Klassen: In den Jahrgangsstufen 5 und 6 sind höchstens 23 Kinder in einer Klasse, in 7 bis 10 höchstens 25 Kinder.
  • Keine Abschulung nach Jahrgangsstufe 6.
  • Individuelle Lernförderung und vielfältige Wahlmöglichkeiten.
  • Unterstützung durch ausgebildete Beratungslehrkräfte bei Problemen.
  • Unterstützung bei sonderpädagogischem Förderbedarf.
  • An vielen Standorten ganztägige Bildung und Betreuung.
  • Intensive Berufs- und Studienorientierung sowie Begabtenförderung.

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