Bayern

"Starke Schulen" in Bayern: Schulen aus Eching, Augsburg und München werden für herausragende Berufsqualifizierung ihrer Schüler ausgezeichnet

Die Volksschule Eching, die Werner-von-Siemens-Mittelschule in Augsburg und das Sonderpädagogische Förderzentrum München Mitte 1 werden heute in München mit einem Landespreis des bundesweiten Schulwettbewerbs "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen" ausgezeichnet.

28.02.2011 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Prämiert wird die herausragende Arbeit, die diese Schulen bei der Vorbereitung ihrer Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt leisten. In Bayern konnten sich alle allgemeinbildenden Schulen bewerben, die zum Hauptschulabschluss, zur Berufsbildungsreife oder zur Berufsreife führen. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Bundesagentur für Arbeit, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Deutsche Bank Stiftung durchgeführt und ist mit insgesamt 220.000 Euro dotiert.

Bundesweit beteiligten sich über 600 Schulen am aktuellen Wettbewerb, darunter 83 Schulen aus Bayern. Aus den Einsendungen ermittelte eine Jury aus Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft die Landessieger. Gemeinsam mit den Gewinnern der anderen Bundesländer hat die in Bayern erstplatzierte Volksschule Eching nun die Chance auf den Bundessieg. Die bundesweiten Sieger werden im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 11. Mai 2011 in Berlin durch Bundespräsident Christian Wulff geehrt.

Staatsminister Ludwig Spaenle, der heute in München die Landespreise überreichte, würdigte das Engagement der Schulen: "Ich freue mich sehr, dass die Jury mit der heutigen Preisverleihung die Volksschule Eching, die Werner-von-Siemens-Mittelschule in Augsburg und das Sonderpädagogische Förderzentrum München Mitte 1 als "Starke Schulen" auszeichnet. Die Schulfamilien, und dabei besonders die Lehrkräfte, haben gezeigt, dass sie auf die Bedürfnisse der jungen Menschen gezielt eingehen und dabei ganz besonders individuelle Fähigkeiten berücksichtigen. Sie begleiten die Schülerinnen und Schüler engagiert und verantwortungsbewusst auf ihrem Weg in die Berufsausbildung, zeigen ihnen Chancen auf und helfen ihnen dabei, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen."

"Die prämierten Schulen haben hervorragende Konzepte entwickelt und umgesetzt, mit denen sie ihre Schülerinnen und Schüler fit für ihren beruflichen und persönlichen Lebensweg machen", so Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Hertie-Stiftung, stellvertretend für die Wettbewerbspartner. "Durch den Preis möchten wir auf das Engagement der Schulen aufmerksam machen und einen Austausch der besten Ideen anregen."

Den ersten Preis und 5.000 Euro erhält die Volksschule Eching. Die Schule setzt ihr Leitziel "Jeder Schüler mit Anschluss oder Abschluss - Für ein friedliches und arbeitsfreudiges Miteinander" engagiert und konsequent um. Besonders beeindruckte die Jury das Konzept der Berufsvorbereitung. Dabei erhält die Schule Unterstützung von einem breiten Netzwerk schulischer und außerschulischer Partner: Die Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und 32 lokalen Betrieben sowie die schuleigene Schülerfirma ermöglicht den Schülern, sich praxisnah auf das Berufsleben vorzubereiten und Kompetenzen zu entwickeln. Fast zwei Drittel erhalten nach dem Hauptschulabschluss einen Ausbildungsplatz, viele Absolventen besuchen nach Schulabschluss weiterführende Schulen. Die engagierte Lehrerschaft der Volksschule Eching bezieht Eltern und Schüler konsequent in die Gestaltung des Schullebens mit ein.

Der mit 3.500 Euro dotierte zweite Preis geht an die Werner-von-Siemens-Mittelschule in Augsburg. Die Jury beeindruckte besonders das Mentorensystem mit außerschulischen Partnern, vor allem aus der Wirtschaft. Fast die Hälfte aller Schüler hat einen Mentor, der sie in schulischen, berufsvorbereitenden und auch persönlichen Fragen berät. Die Schüler selbst bewerten die mehrjährige Betreuung sehr positiv, überdurchschnittlich viele erhalten einen Ausbildungsplatz. Des Weiteren hat die Schule ein computergestütztes Fördersystem für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch entwickelt. Obwohl weit über die Hälfte der Schüler einen Migrationshintergrund hat, sind ihre Deutschkenntnisse dank individueller Förderung hervorragend.

Mit dem dritten Preis und 2.000 Euro wird das Sonderpädagogische Förderzentrum München Mitte 1 ausgezeichnet. Der Jury fiel die ruhige, offene Lernatmosphäre auf, die den Schülern Selbstvertrauen und Freude am Lernen vermittelt. Jeder Einzelne wird individuell gefordert und gefördert. Um die Schüler an die Berufsorientierung heranzuführen gibt es Schülerfirmen, durch welche sie die Schule mitgestalten können, z.B. "Handwerkliche Dienstleistungen" oder die "Malerfirma". Nach diesen Erfahrungen können die Schüler Praktika in einer der 90 Partnerfirmen absolvieren. Ziel ist es, Schüler von der Förderschule zurück an die Regelschulen zu vermitteln. Mit Erfolg: So konnten alle Schüler der letzten 6. Klasse zur 7. Klasse an Hauptschulen wechseln.

Die ersten Plätze in Bayern belegten:

  1. Platz, 5.000 Euro: Volksschule Eching, Grund- und Hauptschule
  2. Platz, 3.500 Euro: Werner-von-Siemens-Mittelschule in Augsburg
  3. Platz, 2.000 Euro: Sonderpädag. Förderzentrum München Mitte 1
  4. Platz: Hauptschule an der Wiesentfelser Straße München
  5. Platz: Dr.-Theo-Schöller-Schule in Nürnberg, Hauptschule
  6. Platz : Volksschule Memmingerberg, Grund- und Hauptschule
  7. Platz: Hauptschule an der Simmernstraße in München
  8. Platz: Hauptschule Meitingen
  9. Platz: Hauptschule an der Franz-Nißl-Straße in München
  10. Platz: Mittelschule Landau a. d. Isar

Alle zehn platzierten Schulen werden in das "Starke Schule"-Netzwerk aufgenommen, das ihnen weitere Leistungen bietet. Neben Fortbildungen gehört hierzu auch die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung für innovative Schulprojekte zu erhalten.

Bei der Bewertung berücksichtigte die Jury die jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen wie z.B. das wirtschaftliche und soziale Umfeld. Ausgezeichnet wurden vor allem Schulen, die nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben, die sich in Netzwerke - auch mit außerschulischen Partnern - einbinden und denen es gelingt, auch unterschiedliche Schülergruppen gezielt zu fördern. Ein besonderer Schwerpunkt der Juryentscheidung lag auf der Förderung der Berufsorientierung und der Ausbildungsfähigkeit


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