Nachhaltigkeit

Start für DBU-Projekt: Schüler anstacheln, Bienen zu schützen

Das hat es auf Bundesebene noch nicht gegeben: Wenn es nach dem Wunsch von Naturschutzverbänden geht, soll der Schutz von Bienen im Koalitionsvertrag fixiert werden. "Bienen haben im Ökosystem eine zentrale Funktion. Über sie kann man hervorragend Zusammenhänge in der Natur veranschaulichen und die Prinzipien der Nachhaltigkeit praxisorientiert vermitteln", sagt auch Dr. Alexander Bittner, Bildungsexperte der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die Stiftung will gemeinsam mit dem Landesverband der Imker Weser-Ems und dem Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker Schul-Arbeitsgemeinschaften etablieren und bestehende zu nachhaltigen Imkerei-Schülerfirmen ausbauen. Bis zu 30 Schulen sollen mit jeweils bis zu 2.000 Euro gefördert werden und können sich mit ihren Projektskizzen ab dem 1. Dezember bei der DBU bewerben.

22.11.2013 Pressemeldung Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

"Die Honigbiene ist – nach Rindern und Schweinen – das drittwichtigste Nutztier", weiß Bittner. Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau in Deutschland hingen laut Deutschem Imkerbund von der Bestäubung der Honigbiene ab. "Sie trägt zusammen mit den Wildbienen maßgeblich zur Ernährungssicherheit des Menschen bei und ist mitverantwortlich für einen Großteil der pflanzlichen Vielfalt", ergänzt Werner Clausing, Vorsitzender des Landesverbands der Imker Weser-Ems. Imker, die Honigbienen hielten, züchteten und Bienenprodukte wie Honig und Bienenwachs ernteten, hätten deshalb eine große Bedeutung: "Ihre Tätigkeit, die auf vielfältigem ökologischen und technischen Wissen basiert, ist entscheidend für den Erhalt der Bienenpopulationen", so Clausing weiter.

"Mit dem Projekt ´Nachhaltige Schulimkerei` will die DBU von 2014 bis 2016 gemeinsam mit den beiden Imker-Landesverbänden Jungimker an niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Schulen fördern", sagt Dr. Thomas Klüner, Vorsitzender des Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker. "Das Projekt zielt darauf ab, bereits Schülern für das ökologische Wirtschaften mit Bienenvölkern zu interessieren." Praxisorientiert würden sie an die Imkerei herangeführt und bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Bienenvölkern begleitet. "Über die klassische Imkerei hinaus sollen die Projektteilnehmer zudem motiviert werden, im Umfeld der Schulen auch Maßnahmen zum Schutz der Wildbienen – ebenfalls wichtige Bestäuber – anzustoßen", erklärt Klüner.

"Wir wollen altersgemäß Informationsmaterial für die Schülerfirmen und Lehrmaterialien zur Jungimker-Ausbildung entwickeln", geht Bittner auf weitere geplante Maßnahmen ein. Das Projekt werde in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, dem Niedersächsischen Kultusministerium und der Stiftung "Partner für Schule NRW" umgesetzt. Es richte sich an allgemeinbildende und berufsbildende Schulen in den Wirkungsbereichen der beiden beteiligten Landesimkerverbände: dem Zuständigkeitsbereich der Regionalabteilung Osnabrück der Niedersächsischen Landesschulbehörde zuzüglich des Stadtgebiets Bremen sowie der Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster.

Drei bis fünfseitige Projektskizzen zur Auswahl erster Schulen könnten vom 1. Dezember bis 15. Januar 2014 bei der DBU per E-Mail (b.oostergetelo@dbu.de) eingereicht werden. Die Schulen sollten auch darlegen, wie das Schulprojekt während einer DBU-Auftaktveranstaltung in Osnabrück im Februar 2014 bei einem "Markt der Möglichkeiten" präsentiert werden kann. Weitere Informationen unter www.dbu.de/2281.html.


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