Start in den Vorbereitungsdienst
Bildungssenatorin Christa Goetsch begrüßte heute am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) 363 neue Referendarinnen und Referendare, die heute in den Vorbereitungsdienst gehen. Das sind so viele neue Lehrkräfte für Hamburg wie seit den neunziger Jahren nicht mehr. Zum letzten Start im Mai 2010 waren es 303, im November 2009 283. Die Ausbildung dauert 18 Monate und findet sowohl am LI als auch in den Schulen statt.
01.11.2010 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)Von den 363 neuen Referendarinnen und Referendaren fangen 140 für das Lehramt der Primarstufe und der Sekundarstufe I an, davon 28 mit Englisch, jeweils 12 mit den Mangelfächern Musik und Chemie, neun mit Bildender Kunst und acht mit dem Mangelfach Physik. 136 Referendarinnen und Referendare werden für das Lehramt an Gymnasien (davon 20 mit Physik) ausgebildet. 58 absolvieren die Ausbildung für das Lehramt an beruflichen Schulen (in den Mangelfächern Elektrotechnik fünf und Metalltechnik sechs). 29 starten für das Lehramt an Sonderschulen.
Mit 1923 Bewerbungen gab es gegenüber Mai 2010 (1584) eine Steigerung um 21 Prozent und im Vergleich zum November 2009 (1956) einen leichten Rückgang um 1,7 Prozent.
Einstellungskriterien:
Mangelfächer: Wer ein Fach studiert hat, für das ein hoher Bedarf besteht, hatte gute Chancen: Mit 27,6 Prozent (Mai 2010 21,7 Prozent, November 2009 19,4 Prozent) ist die Einstellung von Mangelfächlern deutlich gestiegen. Alle Bewerberinnen und Bewerber mit den Fachrichtungen Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Körperpflege oder Chemotechnik haben einen Platz erhalten. Dies gilt auch für Musik, Spanisch, Physik oder Chemie für das Lehramt der Primarstufe und Sekundarstufe I und für Physik für das Lehramt an Gymnasien sowie mit der sonderpädagogischen Fachrichtung Blindenpädagogik.
Nach Leistung: Neben den Mangelfächlern, die unabhängig des zweiten Fachs eingestellt wurden, konnten alle Bewerberinnen und Bewerber mit einem Notenmittelwert von 1,0 genommen werden. Im Lehramt an Sonderschulen waren es sogar alle bis 1,5 einschließlich, für berufliche Schulen alle bis 1,3 einschließlich.
Geschlecht: Nur etwa ein Drittel (30 Prozent) der neuen Referendarinnen und Referendare sind männlich. Der Anteil ist deutlich gesunken. Im Mai 2010 waren es 35,9 Prozent und im November 2009 noch 37,8 Prozent. Am stärksten sind männliche Kollegen im Lehramt an beruflichen Schulen vertreten (42,4 Prozent, Mai 2010: 50 Prozent, November 2009: 52,5 Prozent).
Herkunftsland 1. Staatsexamen: Knapp zwei Drittel (60,9 Prozent) der neuen Referendarinnen und Referendare haben das 1. Staatsexamen in Hamburg absolviert. Die restlichen 39,1 Prozent kommen erstmals aus allen anderen Bundesländern: Niedersachsen (21,5 Prozent), Nordrhein-Westfalen (16 Prozent) und Schleswig-Holstein (12,5 Prozent) stellen die größte Gruppe dar.
Alter: Das Durchschnittsalter der neu eingestellten Referendarinnen und Referendare ist mit 30,3 Jahren leicht gestiegen (Mai 2010 29,8 Jahre). Der Anteil der bis zu 25-jährigen ist mit 14 Prozent ebenfalls deutlich gestiegen (Mai 2010 und November 2009 jeweils 11,2 Prozent). Die über 40-jährigen stellen mit 7,8 Prozent die kleinste Gruppe dar und ihr Wert ist im Vergleich zu Mai 2010 gesunken (9,5 Prozent).
Leistung: 36,9 Prozent der neu Eingestellten (Mai 2010 37,7 Prozent, November 2009 33,6 Prozent) haben einen Notenmittelwert (NMW) bis 1,4 einschließlich. Damit ist der Gesamtdurchschnitt mit einem NMW von 1,8 nahezu gleich geblieben (Mai 2010 1,7, November 2009 1,8).
Quereinstieg: Der Anteil derer, die für Mangelfächer über den Quereinstieg eingestellt wurden, ist mit 4,8 Prozent insgesamt minimal gestiegen (Mai 2010 und November 2009 jeweils 4,6 Prozent). An beruflichen Schulen sind es 11,9 Prozent (Mai 2010 7,9 Prozent, November 2009 15 Prozent). Die Fachrichtungen sind Metalltechnik, Elektrotechnik, Chemotechnik, Kinder- und Jugendhilfe. An Gymnasien (Fach Physik) ist der Anteil mit 8,1 Prozent (Mai 2010 7,3 Prozent, November 2009 4,2 Prozent) leicht gestiegen.
Migrationshintergrund: 77 der neuen Referendarinnen und Referendare haben einen Migrationshintergrund (Mai 2010 55, November 2009: 54). Das sind 20,8 Prozent. Der Anteil ist leicht gestiegen und liegt erstmals über 20 Prozent. Hervorzuheben ist der Anteil für das Lehramt der Primarstufe und Sekundarstufe I: Er liegt mit 30,3 Prozent so hoch wie noch nie in Hamburg.
Keine Kommentare vorhanden