START in Mecklenburg-Vorpommern: Bewerberrekord – großes Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Schülerstipendium / 10 neue Stipendiaten werden aufgenommen
Gesellschaftliches Engagement und Leistungsmotivation – dadurch zeichnen sich die acht Mädchen und zwei Jungen aus Mecklenburg-Vorpommern aus, die heute in das START-Stipendienprogramm für engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund aufgenommen werden. Ihre START-Stipendiumsurkunden erhalten sie im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Innenministerium in Schwerin, in der auch erstmals gleichzeitig elf Neustipendiaten aus Hamburg und zwölf Neustipendiaten aus Schleswig-Holstein im START-Programm begrüßt werden.
11.11.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-VorpommernDie zehn neuen Stipendiaten aus Mecklenburg-Vorpommern erwartet neben der materiellen Unterstützung in Form eines Bildungsgeldes in Höhe von monatlich 100 € und einer PC-Grundausstattung mit Internetanschluss eine intensive ideelle Förderung im Bildungsbereich. START in Mecklenburg-Vorpommern hat seit seiner Einführung im Jahr 2006 insgesamt ein Finanzvolumen von 535.000 € erreicht. Angeboten wird die Bildungsinitiative gemeinsam von der START-Stiftung – ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – gGmbH, der Commerzbank-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung, dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie Mecklenburg-Vorpommern e.V. (RAA Mecklenburg-Vorpommern). Bundesweit konnte in diesem Schuljahr bereits der 1.000ste Stipendiat in das Programm aufgenommen werden. "START macht deutlich, wie viele kluge und begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund wir haben. Wir brauchen diese Vorbilder, sie sind es, die bei dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft einen besonders großen Beitrag für die Integration leisten können. START ebnet diesen Schülerinnen und Schülern einen erfolgreichen Bildungsweg – dafür mein Dank den Initiatoren der START-Stiftung", unterstreicht Henry Tesch, der Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder und Bildungsminister von Mecklenburg-Vorpommern, und gratuliert den neuen Stipendiaten. Ihre Herkunftsländer sind Armenien, Aserbaidschan, Kosovo, Litauen, Polen, Russland, Serbien und Sri Lanka. Die Stipendiaten sind zwischen 13 und 19 Jahre alt und besuchen fünf Gymnasien, zwei Realschulen und eine Gesamtschule. Durchgesetzt haben sich die Jugendlichen unter insgesamt 63 Bewerbern in Mecklenburg-Vorpommern – eine noch nie dagewesene Zahl, die das große Interesse von Jugendlichen mit Migrationshintergrund an dieser speziellen Bildungsförderung deutlich macht.
Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH, erläutert dazu: "START hat zum Ziel, die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Abitur begleitend zu unterstützen und ihnen damit die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu erleichtern. Dazu gehört für uns vor allem die ideelle Förderung: Neben grundlegenden Bildungsseminaren – z.B. zu den Themen "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik" – erhalten sie die Möglichkeit, Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich zu besuchen. Den eigenen Interessen und Talenten gezielt nachzugehen und dadurch die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln zu können hat für die Stipendiaten einen besonders hohen Wert." Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungen für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika ergänzen das Angebot. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Die Nachfrage nach dem START-Stipendium ist erfreulich hoch: Insgesamt haben sich in den 14 Bundesländern, die das Bildungsprogramm anbieten, in diesem Jahr 2.374 Schüler und Schülerinnen beworben – 61 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Stipendiatenkreis wächst fortlaufend: Seit Beginn des Stipendienprogramms im Jahr 2002 konnte nun in diesem Schuljahr der 1.000ste Stipendiat aufgenommen werden. Aktuell werden insgesamt 638 Stipendiaten gefördert. Auf Mecklenburg-Vorpommern entfallen davon 25 Schülerinnen und Schüler. Zum Ende des vergangenen Schuljahrs wurden hier drei Abiturienten verabschiedet. Sie zählen zu den bundesweit insgesamt 115 Abiturienten dieses Jahres, die damit in den Alumniverein eintreten können, der den weiteren Austausch gewährt. Das Ziel des START-Stipendienprogramms – das Abitur – erreicht eine überzeugende Mehrheit der Stipendiaten: 97 Prozent eines Jahrgangs erlangen durchschnittlich die Hochschulreife und eröffnen sich damit den Zugang zu einem Studium.
Es ist jedoch nicht nur das schulische Leistungsengagement, das bei START zählt. Auch das soziale Engagement ist wichtig, wie Marlehn Thieme, Deutsche Bank Stiftung, in Vertretung der START-Partner in Mecklenburg-Vorpommern, betont: "Die ehrenamtliche Tätigkeit der START-Stipendiaten ist eine wichtige Basis für gelungene Integration. Durch ihr persönliches und aktives Engagement für die Gesellschaft sind sie auch Vorbilder für andere Jugendliche." Die neuen Stipendiaten aus Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich unter anderem in Sportvereinen, in der Theater-AG, bei der Schülerzeitung und Mediengestaltung und erteilen Nachhilfe.
Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Programm – Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Seit 2007 führt die START-Stiftung gemeinnützige GmbH als Tochtergesellschaft der Hertie-Stiftung das Programm durch. Im Schuljahr 2009/2010 werden insgesamt 638 Schülerinnen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern gefördert. Zusammen mit den Stipendiaten, die bereits das Abitur abgelegt haben, profitier(t)en 1.000 Stipendiaten von dem Programm. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.
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