Stiftung Lesen: Lob für Schavans Bildungsinitiative

"Das Lernen vor dem Lesen-Lernen" ist laut Professor Dr. Stefan Aufenanger, Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Lesen, das "entscheidende medienpädagogische Forschungsgebiet der Zukunft". In einer Stellungnahme zur öffentlichen Diskussion im Gefolge der aktuellen OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2007" betont er: "Wir wissen zu wenig darüber, wie wir bei allen Unterschieden in den Herkunftsmilieus möglichst allen Kindern einen guten Start in den schulischen Lernprozess ermöglichen können. Wir wissen jedoch: Zwischen Schnuller und Schultüte werden entscheidende Weichen gestellt, ob ein Kind später ein kompetenter Leser wird oder mit 15 als Fast-Analphabet von der Schule abgeht - wie zur Zeit 20 Prozent eines Schülerjahrgangs."

21.09.2007 Pressemeldung Stiftung Lesen

Aufenanger: "Wir müssen mehr über die so genannten Bildungs-Verlierer wissen, um effektiv helfen zu können. Daher ist die von Frau Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan angekündigte Initiative im Bereich frühkindliche Bildungsforschung sehr zu begrüßen."

Einen "strategischen Fahrplan" für die Lese- und Medienforschung zur Lösung der in der OECD-Studie beschriebenen gravierenden Probleme skizziert auch Dr. Kristina Pfarr, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen: "Nachdem bis in die 90er Jahre vor allem die elektronischen Medien für Defizite im Bereich Lese- und Sprachkompetenz verantwortlich gemacht wurden und zur Zeit soziale Faktoren wie Migrationshintergrund betont werden, muss nun der entscheidende Schritt geleistet werden, multikausal zu denken. Konkret heißt das: Wie wirken sich die Bildungssozialisations-Faktoren "Elternhaus", und "Mediennutzung" tatsächlich im Zusammenspiel aus - und vor allem: Wie können in diesem komplexen Gefüge nachhaltig positive Impulse gesetzt werden? Hier wird ein Forschungsschwerpunkt der Stiftung Lesen in den kommenden Jahren liegen."

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Stiftung Lesen

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