Streik an allen Schulen
Heute beteiligten sich ca. 1.100 Beschäftigte des Landes, und damit erneut mehr als erwartet, an der zweiten Warnstreikaktion der Gewerkschaften ver.di, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Gewerkschaft der Polizei (GdP) diesmal in Grimmen.
05.03.2015 Pressemeldung GEW Mecklenburg-VorpommernDamit sind alle Schulen in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald betroffen - mehr als die Hälfte ist komplett bestreikt. Für die Gewerkschaften ist die hohe Streikbereitschaft ein deutliches Signal, dass die Kolleginnen und Kollegen bereit sind, ihre berechtigten Ansprüche auch mit Mitteln des Arbeitskampfes durchzusetzen. "Hände weg von unserer Rente", erklärt Annett Lindner, die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft mit Verweis auf das Angebot der Arbeitgeber etwaige Gehaltserhöhungen sofort über Einschnitte bei der Betrieblichen Zusatzversorgung einzupreisen. "Mit diesem Vorschlag machen sich die öffentlichen Arbeitgeber unglaubwürdig" sagt Annett Lindner. "Sie sollten eigentlich Vorbild sein! Auf der einen Seite politisch den Ausbau der Betriebsrenten fordern und wenn es ans eigene Portemonnaie geht, ist alles nicht mehr wahr?" Das dürfe man nicht zulassen, ergänzt die Gewerkschafterin.
Anerkennung für Leistungen
Etwa 12.000 Lehrkräfte unterrichten in MV die rund 170.000 Kinder und Jugendliche in den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Noch ist der weitaus größte Teil der Kolleginnen und Kollegen im Land angestellt beschäftigt. Die Warnstreiks machen sich deshalb an den Schulen deutlich bemerkbar. Die Gewerkschaften fordern eine Tabellenerhöhung von 5,5 % mindestens jedoch 175 Euro, einen Eingruppierungstarifvertrag für Lehrkräfte, den Ausschluss sachgrundloser Befristungen, eine verbindliche Übernahmeregelung und Urlaubserhöhung für Auszubildende sowie die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung auf die Beamtinnen und Beamte und Versorgungsempfänger*innen der Länder und Kommunen. Die Verhandlungen werden Mitte März fortgesetzt.
Hintergrund Altersvorsorge
Der öffentliche Dienst ist die einzige Branche, in der es flächendeckend Betriebsrenten gibt – dank der Tarifverträge zur Altersversorgung, die frühere Generationen von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern erkämpft haben. Vor 15 Jahren haben die Beschäftigten Teile ihrer Betriebsrente verloren. Damals musste das System der Zusatzversorgung vor dem finanziellen Kollaps gerettet werden, der unter anderem durch den brutalen Personalabbau im öffentlichen Dienst verursacht war. Alle mussten zurückstecken, um das System für alle zu erhalten. Und das ist gelungen: Obwohl die Menschen immer länger leben, sind die Kosten der Zusatzversorgung in der VBL seit 15 Jahren stabil und können das auch noch auf Jahre hinaus bleiben. Die gesetzliche Rente wird weiter abgesenkt, das ist längst gesetzlich festgelegt.
Morgen in Güstrow
Für Morgen ruft die GEW rund 6.000 Beschäftigte an den etwa 310 Schulen (angestellte Lehrkräfte, Schulleiter*innen und Personal mit sonderpädagogischer Aufgabenstellung) im Bereich der Staatlichen Schulämter Schwerin und Rostock (Städte Rostock und Schwerin, Landkreise Rostock, Ludwigslust/Parchim und Nordwestmecklenburg) sowie die rund 3000 Beschäftigten der Universität Rostock (ohne Medizin), der Hochschule für Musik und Theater und der Hochschule Wismar zum Warnstreik auf.
Das Streiklokal ist ab 8:00 Uhr im Heizhaus (Neuwieder Weg) geöffnet. Ab etwa 9:30 Uhr wird ein Demonstrationszug auf den Marktplatz ziehen. Dort wird u.a. die GEW-Landesvorsitzende, Annett Lindner, die Streikenden begrüßen.
Die GEW erwartet etwa 2.000 TeilnehmerInnen.
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