Anders lernen

Teamgeist und Spaß: die Jugendherberge als außerschulischer Lernort

(red) Vor mehr als 100 Jahren öffnete die erste Jugendherberge. Seither haben Generationen von Schülern und Lehrern wenigsten eine der mittlerweile 500 Jugendherbergen genutzt. Doch was zunächst nur als preisgünstige Unterkunft gedacht war, hat sich mittlerweile deutlich weiterentwickelt, berichtet Knut Dinter vom Deutschen Jugendherbergswerk.

12.02.2015 Artikel
  • © privat

Herr Dinter, mit dem Begriff Jugendherberge lediglich eine günstige, jugendspezifische Unterkunft zu verbinden, ist das noch richtig?

Knut Dinter: Nein, denn die 500 Jugendherbergen in Deutschland begreifen sich als pädagogische Lernorte, als Partner der Schulen. Im Mittelpunkt steht das breite Programmangebot zu ökologischen, kulturellen, historischen, sozialen oder sportlichen Themen. Da entwickelt sich der Teamgeist von allein.

Der Aufenthalt in einer Jugendherberge bedeutet also für Schüler und Lehrer mehr als eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag?

Knut Dinter: Selbstverständlich, eine Klassenfahrt muss Spaß bieten. Der ursprüngliche Gedanke lautete jedoch, den schulischen Unterricht mit anderen Mitteln und an einem anderen Ort fortzusetzen. Die Jugendherbergen haben hier Vorarbeit geleistet und eine Vielzahl von Wochenprogrammen und einzelnen Bausteinen entworfen. Auch eine professionelle Betreuung ist möglich.

Wie arbeiten Sie mit anderen außerschulischen Lernorten oder Partnern zusammen?

Knut Dinter: Das Deutsche Jugendherbergswerk tauscht sich regelmäßig mit anderen gemeinnützigen Organisationen aus. Die Formen der Kooperation reichen von gemeinsamen Wettbewerben und Initiativen bis zu konkreten längerfristigen Projekten. Ein Beispiel: die Geo Games. Hier geht es darum, biologische Vielfalt zu entdecken. Was wächst beispielsweise am Wegesrand? Was ist essbar? Zum Dokumentieren, Sammeln und Einordnen werden Smartphone oder Tablet genutzt. Also die Medien, die beim Nachwuchs angesagt sind. Das pädagogische Konzept wurde an der Universität Bamberg und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg entwickelt. Und als Partner wurden die Jugendherbergen ausgewählt, weil sie bereits die notwendigen Erfahrungen besitzen. In diesem Jahr werden die Geo Games an 12 Standorten in Deutschland angeboten.

Dazu auf der didacta 2015 in Hannover

<h3>24. – 28. Februar 2015</h3>

"Lernen zum Anfassen" heißt die Sonderschau in Halle 16/G08 zum außerschulischen Lernen im Rahmen der Bildungsmesse. Die außerschulischen Lernorte im Didacta Verband präsentieren hier eine Auswahl ihrer Angebote. Lehrkräfte können in Workshops und bei Mitmach-Aktionen aus den Bereichen Natur, Technik, Gesellschaft, Geschichte, Sport und Kultur dieses Angebot vor Ort selbst erproben.


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