Übergänge auf weiterführende Schulen zum Schuljahr 2007/08: Gymnasien erreichen mit knapp 40 Prozent neuen Höchststand
Die Gymnasien des Landes haben ihre Position als "überwiegende" Schulart weiter ausgebaut. Wie das Statistische Landesamt feststellt, wechselten zum Schuljahr 2007/08 von den rund 112 700 Grundschülern in Baden-Württemberg, die sich nach Abschluss der Aufnahmeverfahren in Klassenstufe 4 befanden, 39,5 Prozent auf ein Gymnasium. Damit wurde das Vorjahreshoch dieser Schulart nochmals um 1,3 Prozentpunkte übertroffen. Während die Übergangsquote auf die Realschulen mit 32,8 Prozent nahezu unverändert zum Vorjahr blieb (-0,1 Prozentpunkte), hat sich der Abwärtstrend bei den Hauptschulen mit einer Quote von 26,5 Prozent (Vorjahr: 27,7 Prozent) weiter fortgesetzt.
16.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-WürttembergDie Gymnasien erfahren damit seit 1995 ununterbrochen steigende Übergangsquoten und die Hauptschulen sinkende. Bei den Realschulen zeigt sich ein leicht ansteigender Trend. Zum ersten Mal mehr Übergänger auf ein Gymnasium als auf eine Hauptschule gab es zum Schuljahr 2001/02. Drei Jahre später, zum Schuljahr 2004/05, übertraf dann die Übergangsquote auf die Realschulen zum ersten Mal die Übergangsquote auf die Hauptschulen.
Das Übergangsverhalten zwischen deutschen und ausländischen Schülern fiel erwartungsgemäß stark unterschiedlich aus. Von den insgesamt 98 109 deutschen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselten 22,4 Prozent auf eine Hauptschule, 34,1 Prozent auf eine Realschule und 42,7 Prozent auf ein Gymnasium. Von den insgesamt 14 373 ausländischen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselten dagegen 55 Prozent auf eine Hauptschule, 24,8 Prozent auf eine Realschule und 18,6 Prozent auf ein Gymnasium.
Wie in früheren Jahren auch, gab es zwischen den rund 2 500 öffentlichen und 70 privaten Grundschulen deutliche Unterschiede. Von den öffentlichen Grundschulen wechselten 26,6 Prozent der Viertklässler auf eine Hauptschule, von den privaten nur 20 Prozent. Die Übergangsquote auf Realschulen betrug bei den öffentlichen Grundschulen 32,9 Prozent, bei den privaten 28 Prozent. Am größten fiel die Differenz bei den Übergängen auf Gymnasien aus: 39,4 Prozent bei den öffentlichen im Vergleich zu 49,5 Prozent bei den privaten Grundschulen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Ausländeranteil an privaten Grundschulen i. d. R. wesentlich niedriger ist als an öffentlichen.
Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen existieren weiterhin große regionale Unterschiede. So schwankte die Übergangsquote auf das Gymnasium zwischen 27,9 Prozent im Hohenlohekreis und 58,2 Prozent im akademisch geprägten Stadtkreis Heidelberg. Bei den Übergängen auf Realschulen dagegen stand der Hohenlohekreis mit 41,5 Prozent an der Spitze und Heidelberg bildete mit 18,9 Prozent das Schlusslicht. Die niedrigste Übergangsquote auf die Hauptschule fand sich - wie im Vorjahr auch - im Stadtkreis Heidelberg mit 14 Prozent, die höchste im Landkreis Waldshut mit 34,1 Prozent.
Diese großen Differenzen sind nur zum Teil auf die von den Grundschulen unterschiedlich ausgesprochenen Empfehlungen zurückzuführen. Zum tatsächlichen Übergangsverhalten tragen auch die Abweichungen zwischen Elternwunsch und Grundschulempfehlung bei. So hätten landesweit laut Grundschulempfehlung sogar fast 47 Prozent der Viertklässler ein Gymnasium besuchen können. Knapp 16 Prozent der zugehörigen Eltern verzichteten aber auf diese Option und hielten die Realschule für die in ihrem Fall bessere Wahl. Andererseits stimmten bei 24 Prozent der Eltern, deren Kind eine Empfehlung ausschließlich für den Besuch einer Hauptschule bekommen hatte, Grundschulempfehlung und Elternwunsch nicht überein.
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