Übertrittszeugnisse abschaffen

Wie jedes Jahr haben in den vergangenen Wochen die Grundschüler der 4. Klasse Prüfungen absolviert, die über ihre weitere Schullaufbahn entscheiden. Am kommenden Montag werden nun die Übertrittszeugnisse überreicht. Der Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, Hans-Ulrich Pfaffmann, hält dieses Vorgehen für veraltet.

29.04.2009 Pressemeldung Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Er fordert, das Übertrittszeugnis abzuschaffen und durch ein begabungs- und kindgerechtes längeres gemeinames Lernen zu ersetzen. "Das sture Festhalten am Übertrittsverfahren ist rückwärts gewandte Schulpolitik, daran ändern auch Gelenkklassen oder andere von niemanden gewünschte Reformen nichts. Im Gegenteil, sie verschlimmbessern die Lage an den Schulen", so der SPD-Politiker. Die Situation werde von vielen als familienfeindlich, unsozial und krank machend wahrgenommen. Definitiv falsch sei es, dass es durch die von der Staatsregierung beschlossenen Änderungen zu einer Verbesserung gekommen sei: Entsprechende Äußerungen von Kultusminister Spaenle bezeichnet Pfaffmann als "rhetorische Luftblasen".

Das Augenmerk in der Bildung müsse sich darauf richten, Kinder vor der Schule und in der Grundschule optimal zu fördern und zu stärken. "Deshalb müssen wir die Unterstützung und Förderung der Kinder vor der Schule deutlich ausbauen und auch die Rahmenbedingen an den Grundschulen erheblich verbessern", erklärt Pfaffmann. Das bedeutet unter anderem: Keine Klasse über 20 Kinder und die Möglichkeit, zwei Lehrkräfte in einer Klasse einsetzen zu können. "Leider lehnt die Regierungsmehrheit in Bayern eine nachhaltige Erhöhung der Grundschulfinanzierung nach wie vor ab. Daran hat auch die Beteiligung der FDP nichts geändert. Im Gegenteil, auch die FDP hat dem Doppelhaushalt, der die Unterfinanzierung für weitere zwei Jahre zementiert, zugestimmt", bedauert der Vorsitzende des Bildungsausschusses. Das jetzt praktizierte Übertrittsverfahren sei ungerecht und produziere einen enormen Leistungsdruck bereits auf die Kleinsten. Das Schlimmste: Damit verlieren die Kinder nachhaltig die Freude am Lernen.


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