"Unsere Kinder sollen alle ausbildungsreif werden"

Jede Schülerin und jeder Schüler soll die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen - und das ist mehr als einfach nur der Hauptschulabschluss - betonte Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider heute bei der Bildungskonferenz an einer Hauptschule in Augsburg. Wege dazu, dieses Ziel umzusetzen, seien der Ausbau der gebundenen Ganztagsklassen an Hauptschulen, die Modularisierung der Inhalte wichtiger Fächer und mehr Berufspraxis. An den Hauptschulen werde von den Lehrkräften enormer Einsatz für die Kinder und Jugendlichen geleistet, würdigte Minister Schneider das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern an dieser Schulart.

12.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Ziel sei es, dass jeder Schüler auf der Grundlage einer soliden Ausbildung eine Ausbildungsstelle oder eine Einstiegsqualifizierung erhalten. Um dieses Ziel zu fördern, hatte Minister Schneider mit Repräsentanten des Bayerischen Handwerkstags, des Bayerischen Industrie- und Handelstags sowie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft den "Pakt Hauptschule - Wirtschaft" unterzeichnet.

Die Situation für Bayerns Hauptschulabsolventen sei gegenwärtig aufgrund der hohen Ausbildungsqualität und Leistungen deutlich besser als die in anderen Bundesländern: Das Bayerische Handwerk besetze gut zwei Drittel aller Stellen für Auszubildenden mit Hauptschülern. Dies hatte erst am Freitag Handwerkstagspräsident Heinrich Traublinger bestätigt. Bei den Unternehmen, die beim Bayerischen Industrie- und Handelskammertag organisiert sind, werde nach Aussage des Hauptgeschäftsführers, Dr. Reinhard Dörfler, gut ein Drittel der Ausbildungsstellen mit Absolventen der Hauptschulen besetzt.

Gespräch mit Schülervertretern
"Ich baue gegenwärtig die Hauptschule zu einer berufsorientierten Schule aus, damit die Schüler so gut ausgebildet sind, dass sie im Anschluss eine Ausbildungsstelle erhalten", unterstrich Kultusminister Siegfried Schneider die Zielsetzung seiner Hauptschulinitiative gegenüber den Schülerinnen und Schülern. Auf die Frage von Schülern nach der Einführung von gebundenen Ganztagsklassen, die es auch an der Centerville-Hauptschule gibt, äußerte sich Kultusminister Schneider: Er wolle keine obligatorische Ganztagsschulen, die alle Kinder besuchen müssen. Aber er wolle, dass jede Schülerin und jeder Schüler, die Ganztagsklassen besuchen wollen, die Möglichkeit dazu haben."

Gegenüber den Schülern unterstrich der ausgebildete Grund- und Hauptschullehrer Siegfried Schneider: "Ich bin sehr gern Kultusminister, weil hier die Weichen für die Zukunft gestellt werden, damit wir alle Kinder bestmöglich fördern können."

Viele weitere Anliegen trugen die Schülerinnen und Schüler an den Minister heran, u. a. zusätzliche Sprachen wie Spanisch oder Russisch oder Aufenthaltsräume für Kinder der Regelklasse. Hier machte Minister Schneider klar, dass für die Gebäude und Sachausstattung die Gemeinde zuständig sei.


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