Hamburg

Unterrichtausfall: Eltern und Schüler sollen regelmäßig informiert werden

Seit Ende 2012 lässt Schulsenator Ties Rabe den Unterrichtsausfall an allen Hamburger Schulen erstmals systematisch und regelmäßig erheben. Auswertungen der von den Schulen übermittelten Daten zeigen, dass Hamburgs Schulen ihre Vertretungs- und Organisationsmittel im Rahmen der Selbstverantwortung zielgerichtet einsetzen. Nur noch rund ein Prozent aller Unterrichtsstunden fallen ersatzlos aus.

03.03.2014 Pressemeldung Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB)

Durchschnittlich finden 87 Prozent der Unterrichtsstunden exakt so wie im Stundenplan beschrieben statt, 12 Prozent werden vertreten oder anders geleistet, beispielsweise im Rahmen von Museumsbesuchen oder Projektwochen. Ties Rabe: "Ich möchte, dass Schulleitungen, Lehrkräfte, Eltern und Schüler dieses wichtige Thema nicht aus dem Blick verlieren, sondern zusammen erörtern und weiter verbessern. Gute Bildung braucht guten Unterricht, das gilt auch für den Vertretungsunterricht. Künftig sollen deshalb die Schulkonferenz, der Elternrat und die Schülervertretung regelmäßig über den Unterrichtsausfall ihrer Schule informiert werden, so dass gemeinsam Verbesserungsvorschläge entwickelt werden können."

Senator Rabe: "Unterrichtszeit ist kostbar und alle Beteiligten sollten darauf achten, dass Unterricht nicht leichtfertig durch andere schulische Aktivitäten ersetzt wird. Die Gründe für Abweichungen vom Stundenplan sind vielfältig. Erkrankte Lehrkräfte, Elternsprechtage und Lernentwicklungsgespräche, Projektwochen, Klassenreisen, Prüfungstage, Praktika, Museumsbesuche und andere Angebote können dazu beitragen. Oft sind solche Abweichungen unabwendbar, manchmal aber können sie organisatorisch vermieden werden. Entscheidend ist jedoch auch die Frage, wie und in welcher Qualität in der einzelnen Schule Vertretungskonzepte umgesetzt werden. Viele gute Beispiele zeigen, dass diese Fragen die Beteiligten vor Ort am Besten klären können."

Künftig sollen die Schulleitungen einmal pro Quartal die Gremien Ihrer Schule über den Stand des vertretenen oder ausgefallenen Unterrichts mit dem entsprechenden Datenmaterial im Rahmen eines eigenen Tagesordnungspunktes informieren. Die Schulbehörde greift damit Vorschläge von Elternkammer und Schülerkammer auf. Beide hatten beantragt, dass Elternräte und bei den weiterführenden Schulen auch Schülerräte sowie Schulkonferenzen regelmäßig über die an die Behörde weitergeleiteten Daten informiert und diese mit Blick auf die schulischen Vertretungskonzepte erläutert und besprochen werden. Entsprechend der großen Bedeutung und dem hohen öffentlichen Interesse am Thema sind Transparenz und ein offensiver Umgang aus Sicht der Schulbehörde wichtige Mittel, um das Thema Unterrichtsausfall aufzugreifen und diesem gemeinsam zu verbessern.

Senator Rabe: "Wir wollen in allen Schulen und Klassenstufen für guten Unterricht sorgen und deshalb den Unterrichtsausfall weiter verringern. Deshalb wird fortlaufend in Hamburg in allen Schulen der Unterrichtsausfall wöchentlich genau erfasst. Gemeinsam mit Schulleitungen und Fachleuten werden die Daten analysiert und Schritte eingeleitet, um den Unterrichtsausfall weiter abzusenken. Bei hohen Unterrichtsausfällen in einzelnen Schulen oder Klassenstufen wird die Behörde gemeinsam mit der Schule Lösungen suchen. Aber auch Eltern ist es zu Recht ein Anliegen, regelmäßig informiert zu werden und sich über die Situation an ihrer Schule auszutauschen."

Datenbasis: Schulabfrage 2. Halbjahr 2012/13

Hintergrund

Hamburgs Lehrkräfte sind mit einer Krankheitsquote von derzeit 5,9 Prozent eine der gesündesten Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes Alle Schulen sind dank zusätzlicher Vertretungsmittel sowie der im Lehrerarbeitszeitmodell verankerten Vertretungsstunde pro Woche und Lehrkraft so ausgestattet, dass sie durchschnittlich 9,7 Prozent Unterrichtsausfall aus eigener Kraft ersetzen können. Dazu werden den Schulen erhebliche Ressourcen zu Verfügung gestellt. Zum einen ist im Rahmen des Lehrerarbeitszeitmodells eine Wochenarbeitsstunde pro Lehrkraft für Vertretungsunterricht vorgesehen. An den allgemeinbildenden Schulen können so rund 438 Lehrerstellen vertreten werden. Zusätzlich werden den Schulen weitere 565,5 Lehrerstellen ausschließlich als Vertretungsmittel zugewiesen. Insgesamt können durch die bereitgestellten 1.003,5 Lehrerstellen 9,7 Prozent des vertretungsrelevanten Unterrichts im Bedarfsfall vertreten werden. Bei einem durchschnittlichen Krankenstand von 5,9 Prozent sind diese Rahmenbedingungen mehr als ausreichend, um Unterrichtsausfall gänzlich zu vermeiden.


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