Unterrichtsausfall im Schuljahr 2007/2008 auf Rekordtief

Seit Beginn der statistischen Erfassung von Unterrichtsausfall im Jahre 1998 ist in den allgemein bildenden Schulen in Berlin noch nie so wenig Unterricht ausgefallen wie im letzten Schuljahr: Von den geplanten Unterrichtsstunden fielen lediglich 2,3 Prozent aus. Dieser Anteil ist seit Erhebungsbeginn von mehr als drei Prozent um mehr als ein Viertel gesunken. Weitere 8,1 Prozent des Unterrichts wird vertreten. 10,4 Prozent des Unterrichts standen 2007/2008 zur Vertretung an.

04.02.2009 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

In absoluten Zahlen fielen während des gesamten Schuljahres 2007/2008 im Durchschnitt pro Woche von 516.000 Unterrichtsstunden insgesamt gut 53.800 dieser Stunden zur Vertretung an. Davon wurden in der Regel fast 41.900 Unterrichtsstunden vertreten, bei mehr als 11.900 Unterrichtsstunden haben die Schulen keine Vertretung organisiert.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Es ist mein Ziel, den Unterrichtsausfall an den Berliner Schulen auf ein Minimum zu senken. Zum Schuljahr haben die Schulen erstmalig dreiprozentige Personalkostenbudgets (PKB) erhalten, die sie offenkundig genutzt haben, um unmittelbar und unbürokratisch selbst Vertretungen zu beschäftigen. Offenkundig hat dieses Instrument gewirkt. Deshalb freue ich mich, dass sich der positive Trend im letzten Jahr verstärkt hat und der Unterrichtsausfall im letzten Schuljahr auf 2,3 Prozent gesunken ist. Dieses Ergebnis ist erfreulich, aber kein Grund zur Muße. Denn jede Stunde, die nicht pädagogisch sinnvoll genutzt wird, ist eine Stunde zuviel. Deswegen haben wir zum Schuljahr 2008/2009 den Umgang mit den Personalkostenbudgets vereinfacht, eine Beschwerdestelle geschaffen, eine Lehrerfeuerwehr eingestellt und vor allem die Organisationsregeln in den Grundschulen verbessert. Die Tatsache, dass der Umfang an Klagen aus den Schulen über Unterrichtsausfall im ersten Schulhalbjahr drastisch abgenommen hat, stimmt mich zuversichtlich, dass der Unterrichtsausfall auch in diesem Schuljahr weiter abnimmt. Ich gratuliere den Lehrkräften und den Schulleitungen für ihren Erfolg im Umgang mit konkreten Vertretungssituationen."

Mit Organisationsgeschick und neuen Handlungsspielräumen haben die Schulleitungen mehr als je zuvor Unterricht vertreten können. Mit 78 Prozent sind fast vier Fünftel aller zur Vertretung anfallenden Stunden vertreten worden. Die Vertretung wurde vor allem über Zusammenlegungen (45%), Vertretungsreserve (18%), Mehrarbeit (12%) und Anpassungen im Stundenplan (12%) realisiert. In der Betrachtung der Einzelschulen zeigt sich jedoch weiterhin eine breite Streuung. Senator Zöllner: "Hier sind wir dabei unser Beratungssystem so zu überarbeiten, dass wir die Schulen mit Organisationsdefiziten in Zukunft zielgerichteter und nachhaltiger beraten können."

Berlin ist das einzige Bundesland, dass flächendeckend an jedem Schultag jede Unterrichtsstunde, die die Schulen als ausgefallen melden, registriert und veröffentlicht. Der vollständige Bericht kann unter www.berlin.de/sen/bildung/bildungsstatistik/index.html heruntergeladen werden.


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