Ute Erdsiek-Rave und Uwe Döring: Teamarbeit von Schulen und JAW für bessere Chancen der Schüler bei Berufsorientierung und Ausbildungsfähigkeit

"Wir setzen uns ein großes Ziel. Bis zum Ende der Legislaturperiode sollen alle Haupt- und Förderschulen mit dem Jugendaufbauwerk (JAW) vernetzt werden, damit wir Kindern und Jugendlichen so früh wie möglich Wege und Türe öffnen für eine bessere Perspektive auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt", so Bildungsministerin Ute Ersiek-Rave heute (16. September) bei der Unterzeichnung der Vereinbarung "Zusammenarbeit Schule und Jugendaufbauwerk" in der Muhliusschule Kiel. Sie und ihr Kabinettskollege Arbeitsminister Uwe Döring, in dessen Verantwortungsbereich auch das JAW liegt, unterzeichneten die Vereinbarung und wünschten vor allem den Schülerinnen und Schülern viel Erfolg mit dem neuen Angebot. Uwe Döring appellierte: "Seid aufgeschlossen auch für berufliche Lösungen, die mal nicht in erster Linie auf Eurem Wunschzettel stehen. Auf dem Weg in den Beruf, der zu Euch passt, habt Ihr ab heute eine Chance mehr."

17.09.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Arbeitsminister und die Bildungsministerin wiesen darauf hin, dass es nach wie vor eine unvertretbar hohe Quote von jungen Menschen gäbe, die es schwer hätten, nach dem Schulabgang einen Ausbildungsplatz und einen Beruf zu finden. "In Schleswig-Holstein konnten über 22.000 junge Menschen weder eine Ausbildung noch eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt beginnen. Das ist nicht nur als Zahl viel zu viel. Es ist aus Sicht jedes und jeder einzelnen Jugendlichen zu viel, die Arbeit haben wollen", so Uwe Döring. Bildungsministerin Erdsiek-Rave betonte, es gäbe auf der einen Seite viele gute Initiativen, Ideen, Aktionen und Projekte und auf der anderen Seite Schulen, die offen für Unterstützung und Begleitung sind. "Es ist aber nicht immer einfach, beides zusammenzubringen. Deshalb sind Partnerschaften und Kooperationen wie diese so wichtig", so Erdsiek-Rave.

Mit der Vereinbarung werden Schulen und das JAW bei der Berufswahlvorbereitung und der Berufwegplanung künftig enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen aktuell die Projekte "Berufswahlpass" und das Assessmentprojekt "Potenzialanalyse". Am Rande der Unterzeichnung berichteten Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen mit der Unterstützung. Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave überreichte Zertifikate an die ersten Lehrkräfte aus Schleswig-Holstein, die künftig mit der Potenzialanalyse nach dem so genannten "Herforder Modell" Schüler beraten und begleiten werden.

Erdsiek-Rave: "Es ist ja geradezu das Gebot der Stunde, gemeinsam dafür zu arbeiten, dass Jugendliche bessere Zukunftsperspektiven haben." Arbeitsminister Döring ergänzte: "Wir müssen gerade mit solchen Präventionsangeboten die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen."

Ergänzende Informationen zu den Projekten:

Potenzialanalyse / Herforder Modell

Beim Assessmentverfahren "Potenzialanalyse", das vom Regionalen Bildungsbüro in der Stadt Herford entwickelt wurde, werden Schülerinnen und Schüler durch qualifizierte Lehrkräfte und anderes pädagogisches Fachpersonal (Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JAW) über drei Tage in vier verschiedenen Aufgabensituationen beobachtet. Durch dieses Assessmentverfahren bekommen die jungen Menschen Informationen über ihre Stärken in den Bereichen Methoden-, Sozial- und Kommunikations- sowie Selbstkompetenz und werden für das Lernen zusätzlich motiviert. Mit den Erfahrungen und den Ergebnissen dieser Potenzialanalyse wird ihnen durch entsprechende Beratung bei der Berufsorientierung geholfen. Das Verfahren, das mit den vorhandenen, betrieblich orientierten Assessmentverfahren des JAW verknüpft und weiterentwickelt wird, soll schrittweise für alle Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen zunächst für die Haupt- und Förderschulen in Schleswig-Holstein flächendeckend eingeführt werden.

Berufswahlpass

Der Berufswahlpass wird bereits in den meisten Ländern verwendet und dient der einzelnen Schülerin/dem Schüler ab der 7.Klasse als strategischer Fahrplan und Dokumentationsmappe für eine systematische Berufsorientierung bereits in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler können damit selbstständig und eigenverantwortlich ihren Prozess der Orientierung strukturieren und steuern. In dem Ordner werden Materialien, zusätzliche Qualifizierungen, persönliche Analysedaten und andere Informationen, die für die individuelle Berufsorientierung von Bedeutung sind, gesammelt. Dieses Instrument erleichtert Eltern, Betrieben, Berufsberatern und Lehrkräften, die Schülerinnen und Schüler bei dieser wichtigen Phase des Lebens gut zu begleiten und die Angebote entsprechend auszuwählen.


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