VBE: Arbeitslose Lehrer fühlen sich jetzt überall nicht gebraucht
"Überall zeigt sich völlige Hilflosigkeit, wenn es darum geht, wie man den abgewiesenen Junglehrern effektiv helfen könnte", behauptet der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, und mit markigen Sprüchen ließen sich erst recht keine realistische Perspektiven aufzeigen. Besonders verärgert seien die vom Land abgewiesenen Pädagogen, dass ihnen nun mehr oder minder offen vorgeworfen werde, dass sie für ihre jetzige Arbeitslosigkeit selber schuld seien, obwohl man ihnen noch vor gar nicht so langer Zeit an den Seminaren geraten hatte, den studierten Stufenschwerpunkt Grundschule in "Hauptschule" umzuwandeln, da an dieser Schulart dringend Lehrer benötigt werden.
20.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergBei den vielen abgewiesenen Junglehrern herrscht nicht nur demotivierende Hoffnungslosigkeit, sondern auch zunehmende Wut, wenn Sie Aussagen wie "freie Stellen gibt es in der Weiterbildung, bei privaten Bildungsträgern, im Personalbereich großer Firmen und in der Öffentlichkeitsarbeit" um die Ohren gehauen bekommen, wie erst jüngst von Kultusminister Helmut Rau (CDU) in einem Interview mit der Ulmer Südwest-Presse.
Die Wirklichkeit sieht nach Auffassung des VBE anders aus. Durchforstet man die Stellenangebote der großen überregionalen Tageszeitungen, finden sich nur sehr wenige Offerten, die den abgewiesenen Pädagogen eine berufliche Zukunft bieten können. Die meisten Berufsberater der Agentur für Arbeit zeigen sich heillos überfordert, wenn es darum geht, eine andere berufliche Perspektive für arbeitslose Lehrer aufzuzeigen. Man könne eben nicht davon ausgehen, so der VBE-Sprecher, dass Personalbüros, Zeitungsverlage und private Bildungsträger nur so nach stellungslosen Junglehrern lechzen. Sicher gebe es hie und da ein attraktives Angebot, dieses müsse man aber wie die besagte Stecknadel im Heuhaufen suchen und bringe nur sehr wenige Ex-Pädagogen in Lohn und Brot.
Und als ungelernte Kraft die Regale eines Supermarktes aufzufüllen, nur um nicht gleich nach einer langen akademischen Ausbildung als Hartz-IV-Empfänger den Lebensunterhalt erwerben müssen, sei nicht das, was sich die Abiturienten bei der Aufnahme ihres Studium vor fünf Jahren erträumt hatten.
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