VBE besorgt: Lehrer wollen heute kaum noch Schulleiter werden
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht mit großer Sorge, dass immer weniger Lehrer eine Schule leiten wollen.
05.04.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergZum einen bremst das Land selber durch die Stellenbesetzungssperre das Verfahren ein wenig aus, zum anderen melden sich aufgrund der vor allem im Grund- und Hauptschulbereich geringeren finanziellen Attraktivität immer weniger Bewerber. So verdient ein GHS-Lehrer, der als Rektor eine kleine Grundschule übernimmt, weniger, als wenn er sich auf eine Beförderungsstelle an einer Hauptschule ohne Leitungsfunktion bewirbt.
In den nächsten Jahren werden Schulen wegen anstehender Pensionierungen viele neue Rektoren und Konrektoren benötigen. "Dabei ist es bereits heute sehr schwer, genügend geeignete Lehrkräfte für Leitungsaufgaben zu gewinnen", stellt der VBE-Sprecher mit Sorge fest. Immer weniger Pädagogen wollen Chef werden und zusätzliche Verantwortung übernehmen. Dabei suche die Schulaufsicht permanent intensiv nach geeignetem Personal.
Meist gibt es für frei gewordene Rektoren- und Konrektorenstellen - wenn überhaupt - nur einen Bewerber oder eine Bewerberin. Immer wieder mussten Schulleitungsstellen erneut ausgeschrieben werden, weil sich zunächst kein Interessent gemeldet hatte, auch wenn der Schulstandort selber durchaus attraktiv war.
Landesweit gibt es - vor allem im Grund- und Hauptschulbereich - im Schnitt für jede zweite Schulleitungsstelle nur einen Bewerber. Von einer echten "Auswahl" könne da schon lange nicht mehr die Rede sein, moniert der VBE-Sprecher.
Die kräftezehrende Arbeitsbelastung der Rektoren erweist sich nach Auffassung des VBE als ein Hemmschuh bei der Stellenbesetzung. Unterrichtsermäßigungen für Schulleitungsaufgaben orientieren sich an der Zahl der Klassen. Durch zurückgehende Schüler- und Klassenzahlen nehmen die Anrechnungsstunden zwangsläufig ab, obwohl die Arbeit eher mehr wird, vor allem durch Abschichtung der Aufgaben von oben nach unten, durch zunehmend schwierigere Schüler und durch bisweilen recht problematische Eltern, die das Erziehungsgeschäft allein bei der Schule angesiedelt sehen möchten.
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