VBE: Disziplinprobleme nehmen zu – an allen Schularten

Die deutliche Zunahme verhaltensauffälliger Schüler über sämtliche Schul­arten hinweg sei für Lehrer eine pädagogische Herausforderung, jedoch immer mehr eine psychische und physische Belastung - trotz aller vorhan­denen Freude am Unterrichten, konstatiert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Schule halten sei in bestimmten Klassen körperlich spürbare Schwerarbeit geworden.

12.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

"Lehrkräfte monieren vor allem, dass etliche Schüler die einfachsten sozialen Regeln, eigentlich selbstverständliche Umgangsformen nicht mehr kennen, ge­schweige denn beherrschen", stellt der Sprecher des gewerkschaftlichen Berufs­verbandes VBE fest. Fakt sei ebenso, dass sich immer mehr Schüler immer we­niger konzentrieren können und allein dadurch zu keinem positiven Unterrichts­klima beitragen. Bereits in der Grundschule sei die Zahl unkonzentrierter, zap­peliger und schwerer motivierbarer Kinder hoch, ob mit oder ohne diagnostizier­tem ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) oder ADHS (mit Hyperaktivität).

In den höheren Klassenstufen müssten sich die Lehrer zunehmend mit Verwei­gerungshaltungen, sprachlicher Verrohung respektive wüsten verbalen Entglei­sungen der Schüler auseinandersetzen.

Resignation auf Lehrerseite sei aber nicht das passende Gegenmittel. Verhalten­sauffällige Kinder und Jugendliche sollten nach Auffassung des VBE als eine pädagogische Herausforderung angesehen werden. "Braven und interessierten Schülern etwas beizubringen, schaffen auch weniger professionelle Lehrkräfte", unterstreicht der VBE-Sprecher.

Der VBE appelliert an den Finanzminister, genügend Haushaltsmittel für eine ausreichende Anzahl von Pädagogen, Beratungslehrern, Sozialarbeitern, Schul­psychologen und Unterstützungsprogrammen (wie Streitschlichter) verlässlich zur Verfügung zu stellen. Zur Bewältigung der größer gewordenen pädagogi­schen Probleme seien unbedingt kleinere Klassen, gesicherte Stütz- und Förder­kurse, bedarfsgerechte Ganztagesangebote sowie umfassende Lehrerfortbil­dungsmaßnahmen für den Umgang mit schwierigen Schülern zwingend nötig, mahnt der VBE-Sprecher an.


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